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Sächsische Informatikdienstleistungen

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Sächsische Informatikdienstleistungen
NameSächsische Informatikdienstleistungen
Native nameSächsische Informatikdienstleistungen
TypeLandesbetrieb
IndustryInformationstechnik
Founded2000
HeadquartersDresden, Leipzig
Area servedSachsen
Key peoplePetra Müller; Stefan Richter
Num employees900

Sächsische Informatikdienstleistungen ist ein sächsischer IT-Dienstleister auf Landesebene, der zentrale Informations- und Kommunikationstechnologien für Behörden und Institutionen in Sachsen bereitstellt. Die Einrichtung bündelt Services wie Rechenzentrumskapazitäten, Netzwerkbetrieb, Anwendungsentwicklung und IT-Sicherheitsleistungen und arbeitet mit zahlreichen Ministerien, Kommunalverwaltungen und Hochschulen zusammen. Sie agiert als operative Stelle zur Umsetzung staatlicher IT-Strategien und kooperiert mit nationalen und europäischen Partnern in der öffentlichen Verwaltung.

Geschichte

Die Entstehung geht auf Reformen der Verwaltung in Sachsen nach der Wiedervereinigung zurück, die in Anknüpfung an Modelle aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg eine Zentralisierung von IT-Diensten anstrebten. In den 1990er-Jahren wurden Konzepte diskutiert, die Anleihen bei Einrichtungen wie Dataport und IT.Niedersachsen nahmen, bevor die heutige Struktur im Jahr 2000 etabliert wurde. In den Folgejahren kam es zu Modernisierungsphasen, die von Partnern wie SAP, Deutsche Telekom, Siemens und IBM begleitet wurden; strategische Initiativen orientierten sich an Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik und der Europäischen Kommission. Projekte zur Konsolidierung von Rechenzentren und zur Einführung von E-Government-Diensten wurden in Kooperation mit Universitäten wie der Technische Universität Dresden und der Universität Leipzig umgesetzt.

Aufgaben und Dienstleistungen

Die Aufgaben umfassen Betrieb und Bereitstellung von Rechenzentrumsinfrastruktur, Netzwerkdiensten, Plattformdiensten, Anwendungsbetrieb und Nutzerbetreuung für Behörden wie dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen, dem Sächsischen Staatsministerium des Innern und kommunalen Verwaltungen. Portfolio-Komponenten sind Hosting-Services, Cloud-Angebote, Identity- und Access-Management, Backup- und Disaster-Recovery-Leistungen sowie fachliche Anwendungen für Steuerverwaltung, Personalwesen und E-Vergabe. Darüber hinaus werden Schulungen und Zertifizierungen in Zusammenarbeit mit Institutionen wie der IHK Dresden, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und dem Landesamt für Schule und Bildung angeboten. Für Fachverfahren kooperiert die Einrichtung mit Anbietern wie Atos, Capgemini, T-Systems und Open-Source-Projekten.

Organisation und Struktur

Organisatorisch ist die Einrichtung in Fachbereiche für Rechenzentrum, Netzbetrieb, Anwendungsentwicklung, Sicherheit und Kundenmanagement gegliedert und nutzt eine Matrixorganisation zur Steuerung projektorientierter Teams. Die Leitungsebene kommuniziert mit Ministerien wie dem Sächsischen Staatsministerium der Justiz und dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt; Gremienarbeit erfolgt mit Vertretern aus Kommunen wie Dresden, Leipzig, Chemnitz und dem Landkreis Zwickau. Zur Qualitätssicherung existieren interne Auditoren, verbunden mit externen Standards wie ISO 27001, ITIL-basierter Prozessführung und Zertifizierungen durch Prüforganisationen wie TÜV. Personalstrategien werden in Abstimmung mit Arbeitsagenturen wie der Bundesagentur für Arbeit und Bildungsinstitutionen entwickelt.

Rechtsform und Trägerschaft

Die Rechtsform ist ein Landesbetrieb oder eine vergleichbare öffentlich-rechtliche Körperschaft, getragen vom Freistaat Sachsen über zuständige Ministerien wie dem Sächsischen Staatsministerium der Finanzen; Trägerschaft und Finanzierungsmodelle sind an haushaltsrechtliche Regelungen des Freistaates Sachsen gebunden. Wirtschaftliche Kooperationen und Auftragsvergaben orientieren sich an Regelwerken wie dem Vergaberecht der Europäischen Union und nationalen Bestimmungen. Bei größeren Beschaffungen finden Ausschreibungen mit Beteiligung von Institutionen wie dem Bundesministerium des Innern und für Heimat statt.

Standorte und Infrastruktur

Zentrale Standorte befinden sich in Städten wie Dresden, Leipzig und Chemnitz; regionale Servicepunkte decken Landkreise wie Görlitz, Zwickau und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ab. Die Rechenzentrumsinfrastruktur nutzt energieeffiziente Technik, Ansätze zur Klimatisierung wurden in Zusammenarbeit mit Herstellern wie Schneider Electric und Rittal umgesetzt. Für Netzwerk-Backbones bestehen Verbindungen zu nationalen Knotenpunkten wie DE-CIX, peering-Vereinbarungen mit Telekommunikationsunternehmen und Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden.

Projekte und Kooperationen

Zu Projekten zählen die Einführung von E-Government-Portalen, digitale Personalakten, das Aufbauprojekt für ein sächsisches Bürgerportal und die Migration von Fachverfahren in moderne Plattformen. Kooperationspartner sind neben Landesministerien auch Hochschulen wie der Technische Universität Bergakademie Freiberg, Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme und internationale Partner im Rahmen von Programmen der Europäischen Union und INTERREG. Weitere Partner bei Entwicklungsprojekten sind Unternehmen wie Bosch, Oracle, Microsoft Deutschland und Konsortien aus Kommunen wie Dresden und Leipzig.

Sicherheit und Datenschutz

Sicherheitskonzepte orientieren sich an Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen am Bundesdatenschutzgesetz und an Regelungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Operative Maßnahmen umfassen Penetrationstests, Incident-Response-Teams, Verschlüsselungslösungen und Identity-Management, oft in Kooperation mit CERT-Institutionen und dem Nationalen Cyber-Abwehrzentrum. Datenschutzfolgenabschätzungen werden in Abstimmung mit Datenschutzbehörden wie dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten durchgeführt und organisatorische Maßnahmen mit Behörden wie dem Sächsischen Staatsministerium des Innern koordiniert.

Category:Organisationen (Sachsen)