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| Kulturstiftung des Freistaates Sachsen | |
|---|---|
| Name | Kulturstiftung des Freistaates Sachsen |
| Formation | 1994 |
| Type | Stiftung |
| Location | Dresden, Leipzig, Chemnitz |
| Leader title | Vorstand |
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ist eine öffentliche Stiftung des Landes Sachsen, die sich der Förderung von kulturellen Projekten, dem Erhalt von Kulturdenkmaln und der Unterstützung von Künstlerinnen und Kultureinrichtungen in Sachsen widmet. Gegründet in den 1990er Jahren, agiert sie zwischen Landespolitik, Museenlandschaften und privaten Stiftungen und wirkt als Mittler zwischen kommunalen Institutionen und nationalen Förderprogrammen. Ihre Tätigkeiten reichen von Projektförderung über Bestandserhalt bis hin zu kulturpolitischer Beratung und internationaler Vernetzung.
Die Stiftung entstand in Folge der politischen und administrativen Neuordnung nach der Deutschen Wiedervereinigung und orientierte sich an Beispielen wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Kulturstiftung der Länder und der Kulturstiftung der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie wurde 1994 in Dresden gegründet und setzte sich rasch mit Themenfeldern auseinander, die zuvor in Sachsen historisch relevant waren: Restaurierung von Schlössern wie Schloss Moritzburg und Schloss Pillnitz, Sicherung von Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin-Korrespondenzen, sowie Förderung von Theater- und Opernprojekten in Städten wie Leipzig, Chemnitz und Dresden. In den 2000er Jahren intensivierte die Stiftung Kooperationen mit Einrichtungen wie der Stiftung Deutsche Kinemathek, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen. Maßgebliche Impulse kamen von Landesparlamenten wie dem Sächsischer Landtag und von Kulturpolitikern aus Reihen der CDU und SPD.
Die Stiftung verfolgt die Erhaltung und Neubelebung von Kulturerbestätten, die Förderung zeitgenössischer Bildende Kunst und die Stärkung von Museen und Ensembles. Zu ihren Zielen zählen die Unterstützung von Restaurierungsmaßnahmen an Bauwerken wie Frauenkirche Dresden-Nahe Objekten, die Förderung von Ausstellungsprojekten in Kooperation mit der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die finanzielle Unterstützung von Festivals wie dem Dresdner Musikfestspiel-Angebot oder dem Leipziger Buchmesse-Rahmenprogramm. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Vermittlung von Kulturgeschichte, der Förderung von Forschungsprojekten zur sächsischen Regionalsprache und in Programmen zur Nachwuchsförderung, etwa in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber und der Universität Leipzig.
Die Stiftung ist als rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert und verfügt über ein Kuratorium sowie einen Vorstand, dessen Mitglieder häufig aus Reihen von Vertreterinnen und Vertretern der Sächsische Staatskanzlei, des Kulturbetrieb Dresden-Netzwerks und der sächsischen Kommunalpolitik stammen. Finanziert wird sie überwiegend aus Landesmitteln des Freistaat Sachsen sowie Drittmitteln aus Stiftungen wie der Otto Benecke Stiftung und europäischen Förderprogrammen wie Creative Europe; zusätzlich akquiriert sie Fördergelder von privaten Mäzenen und Unternehmen wie Volkswagen Stiftung-Kooperationen. Die Vergabepraxis orientiert sich an Förderrichtlinien, die Transparenz gegenüber Institutionen wie der KfW und Prüfungen durch den Sächsischer Rechnungshof sicherstellen.
Die Stiftung gliedert ihre Förderaktivitäten in Programme für Denkmalpflege, museale Sammlungen, Musik- und Theaterprojekte, interdisziplinäre Residenzen und Nachwuchsförderung. Typische Förderlinien umfassen Restaurierungsstipendien in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Projektförderungen für Ausstellungen mit Partnern wie der Gemäldegalerie Alte Meister und Finanzierungsanteile für Tourneen des Sächsische Staatskapelle Dresden. Daneben existieren Fördermodule für zeitgenössische Kunstformen, die mit Institutionen wie der HfBK Dresden oder dem Künstlerhaus Bethanien verknüpft sind. Internationale Austauschprogramme werden gemeinsam mit Organisationen wie der Goethe-Institut-Vertretung und dem British Council realisiert.
Zu den von der Stiftung unterstützten Projekten zählen Restaurierungen an Bauwerken wie Schloss Albrechtsburg, umfangreiche Vermittlungsprogramme in Museen wie dem Deutsches Hygiene-Museum und Förderpakete für Festivals wie dem MDR-Musiksommer. Förderbeispiele reichen von finanzieller Unterstützung für die Rekonstruktion von Sammlungsbeständen der Technische Sammlungen Dresden bis zu Stipendien für Komponistinnen, die an Institutionen wie der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig angedockt waren. Weitere Kooperationen bestanden mit der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dem Residenztheater München in Gastspielen, sowie mit Initiativen um die Kunsthalle Rostock.
Die Stiftung kooperiert regelmäßig mit Landesinstitutionen wie dem Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, nationalen Partnern wie der Kulturstiftung der Länder und internationalen Akteuren wie dem European Cultural Foundation. Netzwerke umfassen Allianzen mit Museumsverbänden wie dem Deutscher Museumsbund, Orchestern wie den Dresdner Philharmonikern, Theatern wie dem Staatstheater Stuttgart sowie Forschungsinstitutionen wie dem Deutschen Historischen Institut und der Bauhaus-Universität Weimar.
Kritik an der Stiftung betraf gelegentlich Wahrnehmungen von intransparenter Mittelvergabe, Streitfälle um Priorisierungen zwischen Regionalförderung und großen Leuchtturmprojekten sowie Auseinandersetzungen mit Kommunen über Kostenanteile bei Restaurierungen, vergleichbar mit Debatten um die Elbphilharmonie-Finanzierung. Weitere Kontroversen betrafen Entscheidungen über Förderungen in umstrittenen Programmen, die medial mit Fällen wie der Debatte um die Nibelungenfestspiele oder kulturellen Subventionsdiskussionen in Berlin verglichen wurden. Reaktionen der Stiftung beinhalteten Verfahrensanpassungen, erhöhte Publizität der Förderrichtlinien und intensivere Einbindung externer Expertengremien.
Category:Kultur (Sachsen) Category:Stiftungen in Deutschland