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| Streitkräfte der Bundeswehr | |
|---|---|
| Name | Bundeswehr |
| Native name | Streitkräfte der Bundeswehr |
| Founded | 1955 |
| Country | Germany |
| Allegiance | Grundgesetz |
| Branches | Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst |
| Commander in chief | Bundespräsident |
| Minister | Bundesministerium der Verteidigung |
| Headquarters | Bonn |
| Active personnel | ~180,000 |
Streitkräfte der Bundeswehr Die Streitkräfte der Bundeswehr sind die bewaffneten Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland mit Auftrag aus dem Grundgesetz und internationaler Einbindung. Sie agieren auf Grundlage nationaler Rechtsakte, multinationaler Bündnisse und bilateraler Abkommen und sind in Landesverteidigung, Bündnisverteidigung und internationalen Einsätzen tätig.
Die Entstehung reicht zurück zu Entscheidungen nach dem Zweiten Weltkrieg, der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Wiederbewaffnungspolitik der 1950er Jahre unter Konrad Adenauer, der Einbindung in die NATO und den NATO-Beitritt 1955. Die Entwicklung wurde geprägt von der Wiederbewaffnungskontroverse, dem Aufbau des Bundesgrenzschutz, der Integration ehemaliger Soldaten wie Oberst Franz Josef Strauß sowie Debatten im Deutschen Bundestag. Der Kalte Krieg und Ereignisse wie die Berlin-Krise führten zu Stationierungen und Planungen entlang der Innerdeutsche Grenze und der Fulda Gap-Strategie. Mit dem Ende des Kalten Krieges, den Prozessen der Deutschen Wiedervereinigung 1990 und der Aufnahme der Nationale Volksarmee-Bestände änderte sich Struktur und Auftrag der Streitkräfte. In den 1990er und 2000er Jahren folgten Einsätze in Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Afghanistan und Beteiligungen an EUFOR, NATO Response Force sowie Einsätze unter UN-Mandat. Debatten um Reformen, die Reform 2011, die Einführung der Freiwilligen Wehrpflicht-Modelle, die Diskussion um die Abschaffung der Wehrpflicht 2011 unter Angela Merkel und spätere Modernisierungen prägen die jüngere Geschichte.
Die politische und militärische Leitung liegt beim Bundespräsident (repräsentativ), dem Bundeskanzler und dem Bundesverteidigungsminister. Operativ führt der Inspekteur der Bundeswehr die Streitkräfte; der militärische Befehl im Einsatz obliegt dem Bundeswehrführungskommando (»{@}«) in Bonn sowie dem Kommando Heer, Kommando Luftwaffe und Kommando Marine. Die Organisationsstruktur umfasst das Streitkräftebasis (Germany), den Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, regionale Großverbände wie die Heerestruppen, das Territorialkommando und Ausbildungszentren wie die Offizierschule der Luftwaffe und die Unteroffizierschule der Bundeswehr. Zuständigkeiten regeln das Soldatengesetz, das Wehrpflichtgesetz (historisch) und administrative Regelungen des Bundesministerium der Verteidigung (Germany). Die Einbindung in NATO-Kommandostrukturen erfolgt über das Allied Command Operations und multilaterale Zusammenschlüsse wie die European Defence Agency.
Die Hauptteile sind das Heer, die Luftwaffe und die Marine sowie die Querschnittsverbände Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst. Wichtige Verbände sind das Kommando Heer, das Kommando Luftwaffe, das Kommando Marine, die Division Schnelle Kräfte, das Heeresfliegerregiment, das Panzergrenadierbrigade, die Gebirgsjägerbrigade, die Fallschirmjäger, die Kommando Spezialkräfte (KSK), das Marinefliegergeschwader, das Jagdgeschwader und das Seebataillon. Weiter existieren Spezialverbände wie das Deutsche Marinekommando und Unterstützungsformationen innerhalb der Logistiktruppen, der Nachschubtruppe und der Instandsetzungseinheiten.
Die Ausrüstung reicht von gepanzerten Fahrzeugen wie dem Leopard 2 und dem Boxer über Artilleriesysteme wie die PzH 2000 und das M270 MLRS bis zu Schützenpanzer wie dem Marder. Die Luftstreitkräfte nutzen Flugzeuge wie die Eurofighter Typhoon, den Tornado IDS, Transporter wie die A400M Atlas und Hubschrauber wie den NH90 und den CH-53. Die Marine betreibt Schiffe wie die F124, die F125-Klasse, die K130 Braunschweig, Korvetten, Fregatten und U-Boote der Type 212A. Bewaffnung umfasst Systeme von Rheinmetall, KMW, MBDA, Diehl Defence, Rheinmetall Air Defence. Sensorik und Führungsfähigkeit beruhen auf Systemen wie dem TLVS, NATO-Kommunikationsstandards, C4ISR-Lösungen und Drohnen wie dem Luna (UAV).
Die Streitkräfte führten nationale und internationale Einsätze unter Mandat von Bundestag und internationalen Organisationen durch: Aufstandsbekämpfung in ISAF/Taliban-Konflikt, Friedenssicherung in Bosnien und Herzegowina unter IFOR/SFOR, Einsatz im Kosovo unter KFOR, maritime Operationen in der Operation Atalanta zur Bekämpfung von Piraterie, humanitäre Einsätze nach Tsunami 2004 und Hurrikan Katrina-Unterstützung, sowie NATO- und EU-Einsätze in Mali, Somalia und der Östlichen Ukraine-Begleitung. Multinationale Übungen wie Trident Juncture, Defender Europe und bilaterale Kooperationen mit United States European Command, Armées françaises und British Armed Forces prägen Fähigkeiten und Interoperabilität.
Personalrekrutierung umfasst freiwillige Soldaten, Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Reservisten; die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt nach Debatten im Bundestag und Initiativen von Karl-Theodor zu Guttenberg und Ursula von der Leyen. Ausbildung erfolgt an Institutionen wie der Führungsakademie der Bundeswehr, der Offizierschule des Heeres, der Marineunteroffizierschule und Fachschulen für Technik, Sanitätsdienst und Logistik. Personalpolitik ist beeinflusst durch Arbeitsrecht, das Soldatengesetz, Gesundheitsvorsorge durch den Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr und Programme zur Integration von Minderheiten sowie Kooperationen mit akademischen Einrichtungen wie der Universität der Bundeswehr München und der Helmut-Schmidt-Universität.
Der staatsrechtliche Auftrag ergibt sich aus dem Grundgesetz, insbesondere Artikel zur Verteidigung, und Gesetzen wie dem Soldatengesetz, dem Wehrpflichtgesetz (historisch), dem Wehrbereichsverfassungsgesetz und parlamentarischen Zustimmungspflichten des Deutscher Bundestag. Außenpolitische Mandate basieren auf UN-Resolutionen, NATO-Beschlüssen, EU-Beschlüssen und bilateralen Abkommen. Debatten zu Auslandseinsätzen, Parlamentsbeteiligung, Rüstungsexportkontrolle, Verteidigungshaushalt und Auftragsklärung werden im Bundestag, im Verteidigungsausschuss und vor Gerichten wie dem Bundesverfassungsgericht verhandelt.