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| Schulen ans Netz | |
|---|---|
| Name | Schulen ans Netz |
| Native name | Schulen ans Netz |
| Established | 1996 |
| Founder | Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutscher Bundestag |
| Country | Germany |
Schulen ans Netz
Schulen ans Netz war eine deutsche Initiative zur Vernetzung von Schule, Internet-Zugang und digitalen Kompetenzen in der Bundesrepublik Deutschland Ende der 1990er und 2000er Jahre. Das Projekt arbeitete mit Akteuren wie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Kultusministerkonferenz, der Deutschen Telekom AG und zahlreichen Landesbehörden zusammen, um Schulnetzwerk-Infrastruktur, Lehrpläne und Lehrerfortbildung zu fördern. Schulen ans Netz wurde geprägt von Kooperationen mit Stiftungen, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie zahlreichen lokalen Projektpartnern.
Die Initiative startete 1996 als Reaktion auf Debatten um die digitale Teilhabe in Deutschland und die Rolle des Internets in öffentlichen Institutionen, beeinflusst von politischen Impulsen in der Ära der Kabinett Kohl/Kabinett Schröder-Regierungen. Frühere Vorläufer waren Projekte an Universitäten wie der Freie Universität Berlin und Initiativen der Fraunhofer-Gesellschaft; Partner reichten von der Deutschen Telekom bis zu regionalen Schulämter. In den folgenden Jahren kooperierte das Programm mit Einrichtungen wie der Stiftung Lesen, der Bertelsmann Stiftung und Forschungseinrichtungen der Technische Universität München sowie internationalen Vorbildern aus Vereinigte Staaten und Vereinigtes Königreich.
Schulen ans Netz verfolgte Ziele wie flächendeckenden Internet-Zugang für Schulen, Einführung von webbasierten Lernangeboten und Ausbau von Lehrerkompetenzen. Programme umfassten Einrichtung von LAN-Netzwerken, Vermittlung von Mediendidaktik mit Partnern wie der Humboldt-Universität zu Berlin und Entwicklung von Unterrichtsmaterialien in Kooperation mit Verlagen wie Cornelsen Verlag und Klett Verlag. Weitere Initiativen richteten sich an Schülerprojekte, Wettbewerbe und öffentlichkeitswirksame Kampagnen, unterstützt von Organisationen wie der Bundeszentrale für politische Bildung und der Deutsche Bildung.
Finanzierung erfolgte durch Mischfinanzierung von Bundesmitteln, Landesmitteln, Sponsoring durch Unternehmen wie der Deutsche Telekom AG und Förderungen durch Stiftungen einschließlich der Bertelsmann Stiftung und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie. Die organisatorische Struktur verband Bundespartnerschaften mit regionalen Trägern wie den Kultusministerien der Länder, kommunalen Schulämtern und Trägern freier Schulen wie den Diakonie Deutschland-Einrichtungen oder katholischen und evangelischen Schulträgern. Evaluations- und Steuerungsgremien bezogen Expertengremien aus Universitäten und Forschungseinrichtungen mit ein.
Technisch setzte Schulen ans Netz auf Bereitstellung von LAN-Infrastruktur, Routern, Modemen und ersten Breitbandanschlüssen in Kooperation mit Telekommunikationsanbietern wie der Deutsche Telekom AG und regionalen Telekommunikationsunternehmen. Projekte umfassten Aufbau von Computerräumen mit Hardwareherstellern wie IBM-Partnern, Softwarelösungen in Zusammenarbeit mit Anbietern wie Microsoft und Open-Source-Initiativen aus der Linux-Community. Schulen ans Netz thematisierte Datensicherheit und Datenschutz unter Einbeziehung von Landesdatenschutzbeauftragten sowie Netzwerktechnik von Herstellern wie Cisco Systems.
Die Initiative förderte mediendidaktische Konzepte in Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der Universität Hamburg, der Universität zu Köln und Institutseinrichtungen der Leuphana Universität Lüneburg. Fortbildungsangebote für Lehrkräfte wurden in Kooperation mit Lehrerverbänden wie dem Deutscher Lehrerverband und pädagogischen Instituten angeboten; Themen reichten von E-Learning-Methoden über Projektarbeit bis hin zu ICT-Kompetenzen. Materialien entstanden gemeinsam mit Bildungsverlagen und pädagogischen Netzwerken, ergänzt durch Austauschprogramme mit europäischen Partnern aus der Europäischen Union.
Evaluationen durch Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Schulentwicklungsforschung und Hochschulprojekte dokumentierten Verbesserungen beim Zugang zu digitalen Ressourcen, wachsende Nutzung von webbasierten Lernangeboten und veränderte Unterrichtsformen. Langfristige Effekte wurden in Studien mit Bezug zu digitalen Kompetenzen, sozialer Teilhabe und beruflicher Orientierung verglichen mit Initiativen wie FutureLab-Projekten und EU-geförderten Programmen. Wirkungsberichte zeigten regional unterschiedliche Erfolge, oft korreliert mit Landesinvestitionen und kommunaler Infrastruktur.
Kritik richtete sich gegen ungleichmäßige Verteilung der Ressourcen zwischen städtischen und ländlichen Regionen, Probleme mit langfristiger Wartung und Finanzierung sowie die Rolle von Unternehmenssponsoren wie Deutsche Telekom AG und Microsoft hinsichtlich Abhängigkeiten. Weitere Kontroversen betrafen Datenschutzfragen, Einfluss von Verlagen wie Cornelsen Verlag und Klett Verlag auf Lehrinhalte sowie die Nachhaltigkeit der aufgebauten Infrastruktur. Diskussionen wurden geführt in Medien wie Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung sowie auf parlamentarischer Ebene im Deutscher Bundestag.
Category:Bildung in Deutschland Category:Internet in Deutschland