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| Rathaus Freiburg im Breisgau | |
|---|---|
| Name | Rathaus Freiburg im Breisgau |
| Caption | Neues und Altes Rathaus Freiburg |
| Location | Freiburg im Breisgau, Baden-Württemberg, Germany |
| Architect | Ludwig Götz; Johann Jakob Rischer; Christoph Arnold |
| Client | Free Imperial City of Freiburg im Breisgau |
| Construction start | 1520 (Altes Rathaus); 1897 (Neues Rathaus) |
| Completion date | 1532 (Altes Rathaus); 1901 (Neues Rathaus) |
| Style | Renaissance architecture, Historicism, Baroque architecture |
Rathaus Freiburg im Breisgau
Das Rathaus Freiburg im Breisgau besteht aus historischen Bauten, die das politische und städtische Zentrum von Freiburg im Breisgau bilden. Die Anlage umfasst das Alte Rathaus und das Neue Rathaus, die in unterschiedlichen Epochen von Persönlichkeiten wie Balthasar von Sooneck, Johann Christian Karcher und Ludwig Götz geprägt wurden. Beide Bauten stehen in unmittelbarer Nähe zu markanten Orten wie dem Münsterplatz, der Bächle-Straßenstruktur und dem Freiburger Münster.
Das Alte Rathaus entstand in der frühen Neuzeit und wurde während der Reichsritterschaft-Ära der Freien Reichsstadt neu gestaltet; Bauphasen sind belegt in Dokumenten aus der Regentschaft des Habsburg-Einflusses. Im 16. Jahrhundert wirkten Baumeister wie Johann Jakob Rischer an der Fassade, während städtische Räte aus dem Kreis der Zunft-Vertreter Entscheidungen trafen. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges und der napoleonischen Neuordnung veränderte sich die Nutzung durch Vertreter des Kurfürstentum Baden und spätere Verwaltungsstellen. Das Neue Rathaus wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Kontext des Deutschen Kaiserreichs unter Einfluss von Architekten wie Ludwig Götz errichtet, nachdem kommunale Repräsentationsansprüche der Stadt Freiburg gewachsen waren.
Das Alte Rathaus zeigt Merkmale der Renaissance architecture mit spätmittelalterlichen Grundrissen; Fassadenornamente und Fenstergewände erinnern an Vorbilder aus Italien und Niederlande. Das Neue Rathaus folgt dem Stil des Historicism mit Elementen, die auf Baroque architecture und Neorenaissance rekurrieren; Balkone, Portalrahmungen und Dachlandschaften weisen Parallelen zu Werken von Gottfried Semper und Heinrich Hübsch auf. Baumaterialien umfassen regionales Sandstein, Schilfsparren-Elemente und Eisenverbindungen, die auch bei Bauten in Karlsruhe, Mannheim und Konstanz verwendet wurden. Innenräume zeigen Holzschnitzereien, Stuckaturen und Farbfassungen, die in Analogie zu Rathäusern in Augsburg, Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber stehen.
An beiden Rathäusern sind Uhren- und Glockenkonfigurationen vorhanden, die mit Uhrwerken von Herstellern wie Friedrich Mauthe oder vergleichbaren Werkstätten in Süddeutschland verknüpft sind. Das Glockenspiel interagiert akustisch mit dem Geläut des Freiburger Münster und markiert städtische Zeitzeichen, wie sie auch in Straßburg und Basel zu hören sind. Turmuhren wurden im 18. und 19. Jahrhundert überarbeitet; Restaurierungen bezogen Handwerksbetriebe aus Schwarzwald-Region und Uhrmacherfamilien, die in regionalen Handwerksverzeichnissen aufgeführt sind.
Historisch fungierte die Anlage als Sitz der Ratsvertretung der Freien Reichsstadt Freiburg im Breisgau sowie als Gerichtssitz für städtische Belange; Aktenbestände korrespondierten mit Archiveinträgen, die heute im Stadtarchiv Freiburg nachweisbar sind. Heute beherbergen Räume Verwaltungsämter der Stadt Freiburg im Breisgau, Ratssaal-Veranstaltungen und Repräsentationsräume für Besuche von Vertretern des Land Baden-Württemberg, Delegationen aus Frankreich und Partnerstädten wie Madison, Wisconsin sowie Treffen mit Vertretern aus EU-Förderprogrammen. Teile der Gebäude werden für Zeremonien, Eheschließungen und kulturelle Ausstellungen genutzt, ähnlich den Praktiken in Rathäusern von Heidelberg und Tübingen.
Umfangreiche Restaurierungsphasen fanden in den 1920er, 1950er und 1990er Jahren statt, wobei Denkmalschützer aus dem Umfeld des Deutscher Werkbund und Landesdenkmalamts beteiligt waren. Nach Kriegsschäden und Witterungsalterung wurden originalgetreue Farbfassungen und Ornamentik rekonstruiert; Maßnahmen orientierten sich an Grundsätzen, wie sie die Internationale Denkmalpflege und das Bundesdenkmalamt formulieren. Konservatorische Eingriffe kooperierten mit Universitätsinstituten wie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Handwerkern aus dem Schwarzwald-Netzwerk.
Die Rathäuser liegen am historischen Kern der Altstadt, eingepasst zwischen dem Münsterplatz, der Bertoldsbrunnen-Achse und der westlichen Marktachse. Die Umgebung prägen Handelshäuser, Cafés, Marktplätze und Fußgängerzonen, die Verbindungen zur Martinstor- und Schwabentor-Achse herstellen. Ökologische Stadträume wie der Schlossberg sind in Sichtweite; Verkehrsbeziehungen binden die Lage an das Netz der Deutsche Bahn-Regionalverbindungen, Tramlinien der SWEG und innerstädtische Fahrradwege.
Im Rathaus fanden Magistrats- und Ratsversammlungen statt, die Entscheidungen zu Ereignissen wie der Annexion durch Baden und der städtebaulichen Modernisierung am Ende des 19. Jahrhunderts begleiteten. Festakte, Empfänge für Ehrengäste wie Vertreter des Europäischen Parlaments und kulturelle Ausstellungen mit Bezügen zu Kunsthalle Freiburg und lokalen Künstlern haben die Kulturgeschichte geprägt. Bedeutende Zeremonien verbanden das Haus mit Jubiläen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und internationalen Partnerschaftstreffen, etwa mit Isfahan, Essaouira und Besançon, wodurch das Rathaus Teil transnationaler Städtepartnerschaftsnetzwerke wurde.
Category:Freiburg im Breisgau Category:Rathäuser in Deutschland