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| Preußische Akademie der Künste | |
|---|---|
| Name | Preußische Akademie der Künste |
| Native name | Preußische Akademie der Künste |
| Established | 1696 |
| Dissolved | 1954 (Umwandlung) |
| Location | Berlin, Potsdam |
| Notable members | siehe Abschnitt "Wichtige Mitglieder und Lehrende" |
Preußische Akademie der Künste war eine staatlich geförderte Institution für bildende Künste, Musik und Architektur in Preußen mit zentraler Rolle in der Kulturgeschichte Berlins und Europas. Sie wirkte als Forum für Künstler, Architekten und Musikwissenschaftler und beeinflusste Persönlichkeiten und Institutionen von der Zeit Friedrichs I. bis zur Nachkriegszeit. Die Akademie verband Praktiker wie Maler, Bildhauer und Komponisten mit Theoretikern und trug zur Gestaltung von Gebäuden, Denkmälern und städtischen Projekten bei.
Die Gründung 1696 steht in Verbindung mit Friedrich I. (Preußen), Königspalast Berlin-Projekten und den höfischen Kunststiftungen des 17. Jahrhunderts. Unter dem Einfluss von Gotthold Ephraim Lessing, Johann Joachim Winckelmann, Leopold I.-ähnlichen Hofkulturen und Enlightenment-Strömungen wandelte sich die Akademie im 18. Jahrhundert parallel zu Entwicklungen in Sanssouci, Schloss Charlottenburg und den künstlerischen Institutionen von Versailles, Wiener Hof und Dresden. Im 19. Jahrhundert interagierte die Akademie mit Persönlichkeiten wie Karl Friedrich Schinkel, Friedrich Wilhelm IV.-Bauprojekten und den Sammlungen in Altes Museum, Neue Nationalgalerie-Vorläufern sowie mit Künstlernetzwerken um Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner. Die Weimarer Republik brachte Debatten, in denen Akteure wie Walter Gropius, Max Liebermann und Ernst Barlach teilnahmen; unter der Herrschaft von Adolf Hitler und dem NS-Regime fanden Läuterungen und Zäsuren statt, verbunden mit Konflikten wie denen um "Entartete Kunst" und Kulturpolitik. Nach 1945 führte die Teilung Berlins zu konkurrierenden Nachfolgeformen, die in Institutionen wie Akademie der Künste (DDR) und Akademie der Künste (West) mündeten.
Die Akademie war als Kollegium mit gewählten Mitgliedern organisiert und gliederte sich in Sektionen für Malerei, Bildhauerei, Architektur, Musik und Dichtung. Leitungsposten wurden häufig von Persönlichkeiten wie Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller-zeitgenossen oder etablierten Meistern besetzt; der Status der Mitglieder ähnelte den Rängen etwa in Académie française und Royal Academy of Arts. Finanzierungen kamen sowohl vom Hof wie von Stiftungen, Mäzenen und später von Ministerien wie Preußisches Kultusministerium-Nachfolgern. Die Akademie unterhielt Werkstätten und Lehrateliers, kooperierte mit Institutionen wie Universität zu Berlin und Technische Universität Berlin sowie mit Sammlungen in Staatliche Museen zu Berlin.
Programme reichten von akademischem Historienbild bis zu angewandter Architektur, von Skulpturtechniken bis zu Kompositionsunterricht. In der Architektursektion prägten Theorien von Karl Friedrich Schinkel, Friedrich Gilly und Peter Joseph Lenné Entwurfsprinzipien; in der Musiksektion wirkten Komponisten und Dirigenten im Umfeld von Hermann Scherchen, Felix Mendelssohn Bartholdy und Hanns Eisler. Die bildenden Künste bezogen Einflüsse aus Romantik, Klassizismus, Realismus und Expressionismus; Lehrpläne inkludierten Aktzeichen, Perspektive und Monumentalplastik, verbunden mit praktischen Projekten für Auftraggeber wie Berliner Dom und städtische Bauvorhaben. Publikationen und Ausstellungstätigkeit erfolgten in Partnerschaft mit Verlegern wie Reclam-Type und Galerien in Charlottenburg, Mitte und internationalen Salons.
Die Akademie fungierte als Motor für ästhetische Normen, Denkmalpflege und Denkmalkritik in Preußen und darüber hinaus. Sie beeinflusste Restaurierungen in Potsdam, die Gestaltung öffentlicher Plätze wie Gendarmenmarkt und Beiträge zu Musikleben und Theater in Verbindung mit Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper Berlin und Orchestern wie Berliner Philharmoniker. Internationale Kontakte reichten zu Institutionen wie Académie des Beaux-Arts, Royal Academy of Arts und Künstlernetzwerken in Paris, Rom, Florenz und London; Ausstellungen und Preisverleihungen formten Karrieren von Mitgliedern und Geförderten.
Zu den prägenden Persönlichkeiten zählen Architekten, Bildhauer, Maler und Komponisten: Karl Friedrich Schinkel, Max Liebermann, Adolph Menzel, Caspar David Friedrich, Ernst Barlach, Johann Gottfried Schadow, Christian Daniel Rauch, Hermann von Helmholtz-zeitgenossen in kulturwissenschaftlichen Debatten, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Strauss, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe-Zeitgenossen, Johann Sebastian Bach-Rezeptionisten sowie Förderer wie Alexander von Humboldt und Mäzene wie Eugénie de Montijo-ähnliche Gestalten. Daneben wirkten Kuratoren, Restauratoren und Theoretiker, die in Sammlungen der Staatlichen Museen und Akademie-Ausstellungen sichtbar wurden.
Zentrale Orte waren Residenzgebäude in Berlin, Ateliers in Charlottenburg und projektbezogene Bauten in Potsdam und Spandau. Repräsentative Versammlungen fanden in Räumen nahe Unter den Linden statt; Werkstätten und Ausstellungsräume lagen in Nähe von Museen wie Altes Museum und Institutionen auf dem Museumsinsel. Nachkriegszerstörung, Wiederaufbau und Umbauphasen berührten Gebäude, die mit Bauten von Schinkel und Gartenplanungen von Peter Joseph Lenné assoziiert sind.
Politische Umbrüche führten zu Reformen, Zwangsauflösungen und Neugründungen. Unter dem NS-Regime kam es zu Säuberungen; nach 1945 setzte die Teilung Berlins konkurrierende Strukturen frei, die schließlich in die beiden Nachfolgeakademien mündeten und später wieder zusammengeführt wurden. Das Erbe zeigt sich in Museumssammlungen, städtischen Denkmälern, Lehrtraditionen an Hochschulen wie Humboldt-Universität zu Berlin und den fortdauernden Sammlungsbeständen in den Staatlichen Museen zu Berlin.
Category:Kulturelle Institutionen (Preußen) Category:Kunstakademien in Deutschland