Generated by GPT-5-mini| Politisches Archiv des Auswärtigen Amts | |
|---|---|
| Name | Politisches Archiv des Auswärtigen Amts |
| Established | 1953 |
| Location | Berlin |
| Type | Archiv |
Politisches Archiv des Auswärtigen Amts
Das Politische Archiv des Auswärtigen Amts ist das zentrale Archiv des Auswärtiges Amt (Deutschland), das umfangreiche archivalische Überlieferungen zur deutschen Außenpolitik von der Frühmoderne bis zur Gegenwart bewahrt. Es übernimmt die Verwaltung von Beständen, die aus Ministerien, Botschaften, Gesandtschaften und Personalakten stammen, und dient als Quellenfundgrube für Forschungen zur Außenpolitik, zu internationalen Konferenzen und zu diplomatischen Beziehungen. Träger und Nutzer treffen auf Dokumente, die Verbindungen zu historischen Ereignissen wie dem Westfälischer Friede, dem Wiener Kongress, dem Zweiter Weltkrieg, den Potsdamer Konferenzen und der Deutschen Wiedervereinigung aufweisen.
Das Archiv wurde 1953 im Kontext der Neubildung der Bundesrepublik Bundesrepublik Deutschland gegründet und baut auf Überlieferungen des Reichskanzleramt (Deutsches Reich), des Auswärtigen Amts (Deutsches Reich), der Weimarer Republik und der Deutsches Kaiserreich auf. Im Zuge der Nachkriegsordnung spielten Akten aus dem Umfeld des Versailler Vertrag-Zeitalters, der Locarno-Verträge und der Haager Konventionen eine Rolle bei der Sicherung von Quellen. Während der Kalter Krieg-Phase wuchsen Bestände zur Beziehung mit der Sowjetunion, den Vereinigte Staaten, dem Vereinigtes Königreich, der Frankreich und der Bundeswehr an; nach 1990 wurden Akten zur Deutsche Wiedervereinigung und zu den Verhandlungen mit der Sowjetische Föderative Sozialistische Republik Russland integriert. Bedeutende Provenienzen umfassen Schriftgut aus den Botschaften in Washington, D.C., Moskau, London, Paris und Tokio.
Die Sammlungen umfassen diplomatische Korrespondenz, Lageberichte, Depeschen, Verträge und Personalakten zu Ministerialbeamten wie Otto von Bismarck, Gustav Stresemann, Konrad Adenauer, Willy Brandt und Hans-Dietrich Genscher. Zu den Beständen zählen Materialien zu internationalen Abkommen wie dem NATO-Vertrag, dem Vertrag über die Europäische Union (Maastrichter Vertrag), dem Vertrag von Versailles und dem Münchner Abkommen. Ergänzt werden diese durch Akten zu multilateralen Organisationen wie der Vereinte Nationen, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, der Europäische Union und zur Beteiligung an Missionen der NATO. Weitere Sammlungsbereiche betreffen Beziehungen zu Staaten wie China, Japan, Indien, Brasilien, Türkei, Italien, Griechenland, Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Spanien.
Die Kernaufgabe besteht in Übernahme, Sicherung und Erschließung von amtlichen Unterlagen des Auswärtiges Amt (Deutschland), einschließlich der Verantwortung für die Abgabefristen, Schutzfristen und Archivgesetzgebung wie dem Bundesarchivgesetz. Das Archiv betreut Provenienzfragen aus der Zeit des Nationalsozialismus, führt Bestandserhaltung für Papier, Mikrofilm und digitale Datenträger durch und kooperiert mit Institutionen wie dem Bundesarchiv, dem Deutschen Historischen Museum, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Universitäten wie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freie Universität Berlin. Internationale Zusammenarbeit umfasst Netzwerke mit dem Foreign Office, dem National Archives and Records Administration, dem Archivio Centrale dello Stato und dem Archives nationales (France).
Das Archiv befindet sich in Berlin und ist in Gebäuden untergebracht, die infrastrukturell auf die Anforderungen von Archivgut mit Klimatisierung, Brandschutz und Sicherheitsvorkehrungen abgestimmt sind. Historische Umzüge führten zu Standorten in West-Berlin und später zu zentralen Liegenschaften nach der Wiedervereinigung, wobei Archivräume für Akten aus Botschaften in Washington, D.C., Moskau, London und Beijing konzipiert wurden. Die Gebäudetechnik orientiert sich an Standards, wie sie auch in Einrichtungen wie dem Bundesarchiv und dem Imperial War Museums verwendet werden, und berücksichtigt Belange internationaler Abkommen zum Kulturgüterschutz.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universitäten wie der Universität Heidelberg, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität zu Köln sowie Forschende aus Instituten wie dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte und dem Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung können Bestände nach den Regeln zur Akteneinsicht nutzen. Prominente Forschungsthemen verbinden Quellen zu Persönlichkeiten wie Nicolaus von Bismarck, Paul von Hindenburg, Adolf Hitler, Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Institutionen wie der Bundeswehr oder der Europäische Kommission. Nutzungsvoraussetzungen orientieren sich an Schutzfristen, Urheberrechten und Datenschutzregelungen, Kooperationen erfolgen mit Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin und Archiven wie dem British Library.
Das Archiv betreibt Digitalisierungsprojekte zur Erhaltung von Depeschen, Fotos und Karten, kooperiert mit Forschungsdatenzentren und nutzt Standards für Metadaten und Findmittel, wie sie auch bei der Deutsche Forschungsgemeinschaft und der European Research Council gefordert werden. Digitale Angebote sollen Bestände zu Ereignissen wie dem Jalta-Konferenz-Diskurs, der Suezkrise und den Verhandlungen zur Europäische Wirtschaftsgemeinschaft besser erschließbar machen. Projekte umfassen Konversion von Mikrofilm, OCR für maschinell lesbare Depeschen und Langzeitarchivierung in Zusammenarbeit mit Rechenzentren wie dem Leibniz-Rechenzentrum.
Als zentrale Quelle zur deutschen Außenpolitik ist das Archiv unverzichtbar für Studien zu Kontroversen um den Versailler Vertrag, zur Rolle Deutschlands in den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen, zur Entwicklung der NATO-Beziehungen und zur internationalen Menschenrechtspolitik mit Bezug zu Institutionen wie dem Internationaler Gerichtshof und dem Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Zukünftige Forschungsperspektiven betreffen transnationale Netzwerke, Postkolonialstudien zu Interaktionen mit Afrika, die Erforschung digitaler Diplomatie und die Aufarbeitung von Kontroversen um Aktenzugang, die in Diskursen mit Organisationen wie der Amnesty International und dem International Committee of the Red Cross geführt werden. Die Bestände bieten Quellen für Biographien zu Diplomaten und Staatsmännern sowie für institutionengeschichtliche Arbeiten über das Auswärtiges Amt (Deutschland), die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland und europäische Integrationsprozesse wie die Europäische Gemeinschaft.
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