Generated by GPT-5-mini| Literarische Welt | |
|---|---|
| Name | Literarische Welt |
| Typ | Wochenzeitung |
| Erstausgabe | 1925 |
| Sprache | Deutsch |
| Sitz | Berlin |
| Herausgeber | Bibliographisches Institut |
| Einstellung | 1944 |
Literarische Welt Die Literarische Welt war eine deutsche literarische Wochenzeitung, die zwischen den 1920er und 1940er Jahren in Berlin erschien und als Forum für Schriftsteller, Kritiker und Verleger diente. Sie verband Feuilleton, Rezensionen und Essays und konkurrierte mit anderen Periodika wie Die Weltbühne, Frankfurter Zeitung, Berliner Tageblatt, Vossische Zeitung und S. Fischer Verlag-nahen Organen. In ihrer Ausrichtung spiegelte sie Debatten um Moderne, Klassizismus und politische Kultur wider, in engem Austausch mit Institutionen wie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Preußischen Akademie der Künste und Verlagen wie Rowohlt Verlag oder Suhrkamp Verlag.
Die Gründung der Literarischen Welt fällt in die späten 1920er Jahre, eine Periode, in der Publikationen wie Die neue Rundschau, Die Zeit, Der Tagesspiegel und Die Gazette um Leserschichten konkurrierten. Die Zeitung erlebte frühe Blütezeiten während der Weimarer Republik, als Autorinnen und Autoren aus dem Umfeld von Thomas Mann, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Hermann Hesse und Stefan Zweig beitrugen. Während der Machtübernahme durch die NSDAP änderte sich die publizistische Landschaft; Pressestrukturen wurden durch Institutionen wie das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda umgeformt. Die Einstellung der Zeitung erfolgte gegen Ende der NS-Zeit, parallel zu Schließungen anderer Blätter wie Kladderadatsch oder die B.Z. am Mittag.
Das Profil der Literarischen Welt war geprägt von Kritik, Rezension und Essayistik; Beiträge behandelten Romane, Theater und Lyrik von Autoren wie Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Georg Trakl, Heinrich Mann und Else Lasker-Schüler. Parallel berichtete die Zeitung über Theateraufführungen an Häusern wie dem Schauspielhaus Frankfurt, der Staatsoper Unter den Linden und dem Thalia Theater. Ihr kulturelles Netzwerk reichte zu Zeitschriften wie Neue Rundschau, Simplicissimus und Institutionen wie dem Goethe-Institut; zugleich stand sie in Korrespondenz mit Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin.
Die Redaktion rekrutierte Herausgeber, Feuilletonchefs und Korrespondenten aus dem Kreis von Literaturkritikern und Verlegern; Namen aus der Branche schlossen an Persönlichkeiten wie Alfred Kerr, Kurt Tucholsky, Walter Benjamin, Ernst Jünger und Max Brod an. Herausgeberhäuser wie das Bibliographisches Institut sowie Verleger wie Paul Cassirer und Ernst Rowohlt beeinflussten redaktionelle Linien. Korrespondenten berichteten aus Städten wie München, Leipzig, Hamburg und Wien, teils in Kooperation mit Intellektuellen aus Prag, Zürich und Paris.
Als Plattform veröffentlichte die Zeitung Beiträge von namhaften Schriftstellern, Kritikerinnen und Übersetzern: Beispiele sind Beiträge im Kontext von Gottfried Benn, Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Carl Zuckmayer, Käthe Kollwitz-bezogenen Essays, sowie Rezensionen zu Werken von Marcel Proust, James Joyce, Virginia Woolf, F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway. Daneben erschienen Essays über Aufführungen von Regisseuren wie Max Reinhardt und Bertolt Brecht sowie Betrachtungen zur Grafik und Bildenden Kunst mit Bezug zu Max Beckmann und Käthe Kollwitz. Übersetzer und Herausgeber wie Hermann Hesse-Bearbeiter oder Paul Celan-Scholars traten ebenfalls auf.
Die Wirkung der Literarischen Welt manifestierte sich in Debatten über Moderne und Tradition, vergleichbar mit Diskursen in Die Weltbühne und Frankfurter Zeitung. Reaktionen kamen von Intellektuellenkreisen um die Frankfurter Schule, der Bauhaus-Community und konservativen Literaturzirkeln. Rezensionen beeinflussten Aufnahme und Rezeption von Romanen wie denen von Thomas Mann oder Hermann Broch und die dramatische Szene mit Stücken von Bertolt Brecht und Friedrich Dürrenmatt. International korrespondierte die Zeitung mit Redaktionen in London, New York, Moskau und Rom.
Die regelmäßige Wochenausgabe umfasste Rezensionen, Essays und Korrespondenzen; Spezialausgaben widmeten sich Autorenporträts, thematischen Dossiers und literarischen Jahresrückblicken. Vertrieb und Abonnements liefen über Buchhandlungen wie Dussmann, Großhändler in Berlin und Filialen in Wien und Zürich. Druckereien und Typografen kooperierten mit Betrieben in Leipzig und Dresden; Anzeigenkunden kamen aus Verlagen, Theaterhäusern und Bibliotheken wie der Deutschen Nationalbibliothek.
Bestände und Nachlässe, die Material zur Literarischen Welt enthalten, finden sich in Archiven wie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Bundesarchiv und Universitätsbibliotheken in Bonn, Frankfurt am Main und Leipzig. Forschung zu der Zeitung verbindet literaturwissenschaftliche Schulen, darunter Arbeitsgruppen zur Weimarer Republik-Literatur, Exilforschung in New York und Editionsphilologie. Für Historikerinnen und Germanistinnen bleibt die Zeitung eine Quelle zur Vermittlung literarischer Netzwerke, Verlegerpolitik und Rezeption von Werken etwa von Thomas Mann, Stefan Zweig und Bertolt Brecht.
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