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Künstlerförderung Nordrhein-Westfalen

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Künstlerförderung Nordrhein-Westfalen
NameKünstlerförderung Nordrhein-Westfalen
TypeFörderprogramm
Established20. Jahrhundert
JurisdictionNordrhein-Westfalen
Parent agencyLandesregierung Nordrhein-Westfalen

Künstlerförderung Nordrhein-Westfalen ist ein landesweites Fördersystem für bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz und Literatur in Nordrhein-Westfalen. Es unterstützt einzelne Kulturakteure, Ensembles, Festivals und Institutionen mit Projektförderungen, Arbeitsstipendien und Investitionsmitteln. Die Förderung ist eingebettet in die kulturelle Infrastruktur von Düsseldorf, Köln, Münster, Essen und Bonn und arbeitet mit Einrichtungen wie dem Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof, der Deutsche Oper am Rhein, der Folkwang Universität der Künste und der Akademie der Künste der Welt zusammen.

Geschichte und Entwicklung

Die Ursprünge reichen zurück in die Nachkriegszeit, als Landespolitik und Kulturministerien in NRW Modelle aus Weimarer Republik-Zeiten und der Bundesrepublik Deutschland übernahmen, um Wiederaufbauprojekte in Düsseldorf und Köln zu fördern. In den 1960er und 1970er Jahren wirkten Persönlichkeiten wie Karl Arnold (Politiker), Viktor Agartz und Institutionen wie die Kunstakademie Düsseldorf prägend; regionale Programme orientierten sich an Förderinitiativen aus Bayern und Hamburg. Reformen in den 1990er Jahren knüpften an Entscheidungen des Kulturfördergesetzes Nordrhein-Westfalen und an europäischen Modellprojekten wie denen der EU Kulturprogramme an. Im 21. Jahrhundert passten Ministerien in Düsseldorf und Projektförderer wie die Stiftung Kunst und Kultur Nordrhein-Westfalen die Förderpraxis an Herausforderungen durch Digitalisierung und Globalisierung, beeinflusst durch Debatten in Bundestag und Empfehlungen von Expertengremien wie dem Deutschen Kulturrat.

Rechtsgrundlage und Organisation

Die Rechtsgrundlage beruht auf Landesgesetzen, ministeriellen Erlassen und Förderrichtlinien, die in Nordrhein-Westfalen von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und dem zuständigen Ministerium implementiert werden. Relevante Akteure sind das Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen, kommunale Kulturdezernate in Städten wie Dortmund und Bielefeld, sowie Förderstiftungen wie die Kulturstiftung der Länder und die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank. Operative Träger umfassen die Landeshauptstadt Düsseldorf, die Stadt Köln, Kulturämter und Netzwerkpartner wie das Kultursekretariat NRW und das NRW KULTURsekretariat. Rechtsfragen beziehen sich auf Haushaltsrecht des Landtages Nordrhein-Westfalen und Vorgaben des Europäischen Kulturförderrechts.

Förderprogramme und Förderinstrumente

Das Instrumentarium reicht von Projektförderung und Arbeitsstipendien über Werkförderung, Residenzprogramme und Produktionszuschüsse bis zu Investitionsförderungen für Bühnen und Museen. Typische Programme sind Stipendien ähnlich denen der Villa Romana, Residenzen vergleichbar mit dem Artists-in-Berlin Program, und Kofinanzierungen für Festivals wie Ruhrtriennale, Kunstfestival Köln und European Capital of Culture Essen 2010. Förderinstrumente binden Akteure wie die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (für bestimmte Erinnerungsprojekte), Museen wie das LWL-Museum für Kunst und Kultur und Hochschulen wie die Universität zu Köln ein. Ergänzt werden diese durch Projektpartnerschaften mit Stiftungen wie der Kulturstiftung des Bundes.

Zielgruppen und Auswahlverfahren

Adressaten sind professionelle Künstlerinnen und Künstler, Ensembles, freie Gruppen, Kulturinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Kreativunternehmer. Auswahlverfahren kombinieren Juryentscheidungen, Gutachterverfahren und kuratorische Auswahlprozesse mit Referenzgremien aus Institutionen wie der Kunsthochschule für Medien Köln, der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf und dem Theater Dortmund. Kriterien orientieren sich an künstlerischer Qualität, Innovationsgrad, nachhaltiger Wirkung und regionaler Bedeutsamkeit; Entscheidungsinstanzen sind häufig Expertengremien mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Deutsche Theatertechnische Gesellschaft und Universitätsprofessoren.

Finanzierung und Haushaltsmittel

Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Landesmitteln des Haushaltsplan Nordrhein-Westfalen, ergänzt durch kommunale Beiträge von Städten wie Krefeld und Wuppertal, Fördermittel der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und Drittmittel von Stiftungen wie der Kempinski Stiftung und der Mercator Stiftung. EU-Förderprogramme wie Creative Europe spielen für transnationale Projekte eine Rolle. Budgetzyklen und Mittelzuweisungen werden im Landtag Nordrhein-Westfalen verhandelt; Auditierung erfolgt nach haushalts- und vergaberechtlichen Vorgaben sowie Kontrollmechanismen vergleichbar mit denen der Bundesrechnungshof-Empfehlungen.

Wirkung, Evaluation und Kritik

Evaluationen durch Institute wie das Institut für Kulturpolitik und Gutachten von Hochschulen wie der Universität Bonn untersuchen Wirksamkeit in Bereichen wie Publikumserweiterung, Kulturtourismus in Regionen wie dem Ruhrgebiet und Arbeitsbedingungen für Freie. Kritik richtet sich an Förderquoten, Transparenz der Vergabeverfahren, Bürokratisierung und ungleiche Mittelverteilung zwischen Metropolen (Köln, Düsseldorf) und peripheren Kommunen. Debatten involvieren Akteure wie den Deutschen Kulturrat, lokale Künstlerverbände und Gewerkschaften wie der Ver.di-Fachgruppe Kultur über Tariffragen und Honorarmindeststandards.

Beispiele geförderter Projekte und Kulturschaffender

Geförderte Projekte und Personen umfassen Festivals wie die Ruhrtriennale, die Kölner Philharmonie-Programme, Ausstellungen im Museum Ludwig, Produktionen der Oper Köln und Kompositionsaufträge an Künstler wie Karlheinz Stockhausen-Nachfolger, Choreografien mit Bezug zur Pina Bausch-Tradition, sowie Förderungen für Bildende Künstler aus Ateliers in Essen und Düsseldorf. Stipendiatinnen und Stipendiaten waren unter anderem Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, Musiker der WDR Sinfonieorchester Köln, Theatermacher aus dem Schauspielhaus Bochum und Autorinnen, die an Projekten der Literaturbüro NRW teilnahmen. Kooperationen mit internationalen Festivals wie Documenta, der Venice Biennale und der Berlinale erweitern das Fördernetzwerk.

Category:Kultur in Nordrhein-Westfalen Category:Künstlerförderung