Generated by GPT-5-mini| Kritische Gesamtausgabe | |
|---|---|
| Name | Kritische Gesamtausgabe |
| Native name | Kritische Gesamtausgabe |
| Abbreviation | KGA |
| Subject | scholarly editions |
| Language | German |
| Discipline | textual scholarship |
| Country | Germany |
Kritische Gesamtausgabe Die Kritische Gesamtausgabe bezeichnet wissenschaftliche Editionen, die das vollständige und kritisch kommentierte Werk einer Autorin, eines Autors oder eines Komponisten in historisch-kritischer Sicht herausgeben. Solche Ausgaben verbinden philologische, musikwissenschaftliche und editorische Methoden und stehen in Beziehung zu Institutionen wie der Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der Bayerische Akademie der Wissenschaften und der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Der Begriff knüpft an Traditionen der Historische Kritik und an Vorbilder wie die Weimarer Klassik-Editionen, die Friedrich Schiller-Editionsprojekte, die Goethe-Schiller-Ausgabe und die Weimarer Ausgabe an, sowie an musikwissenschaftliche Gegenstücke wie die Neue Mozart-Ausgabe und die Gesamtausgabe Bach. Editionsprojekte stehen in Austausch mit Verlagen wie der Bärenreiter Verlag, der Breitkopf & Härtel und der Fink Verlag und kooperieren mit Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin, der Bayerische Staatsbibliothek und der British Library. Kritische Gesamtausgaben bedienen sich Standards von Institutionen wie der International Federation of Library Associations and Institutions und der Union Catalogue of Music Periodicals.
Die Entwicklung reicht vom 18. und 19. Jahrhundert mit frühen Sammlungen zu Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart über die großangelegten Akademieausgaben des 20. Jahrhunderts. Bedeutende Meilensteine sind die Neue Bach-Ausgabe, die Beethoven Gesamtausgabe und die Gesamtausgabe Heinrich Schütz, die in engem Kontakt zu Forschungszentren wie der Universität Leipzig, der Universität Göttingen, der Universität Heidelberg und der Universität Wien standen. Politische Ereignisse wie die Deutsche Wiedervereinigung sowie Förderprogramme der Alexander von Humboldt-Stiftung beeinflussten Struktur und Finanzierung; außerdem wirkte die Etablierung von Normen durch die International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres nach. Forschungspersönlichkeiten wie Martin Reiner, Gustav Mahler (als Editorenteam), Hans-Günther Klein und Wolfgang Osthoff prägten redaktionelle Leitlinien.
Konzepte der Textkritik binden Modelle von Karl Lachmann und Prinzipien der Philologie sowie musikwissenschaftliche Verfahren nach Heinrich Schenker ein; dabei werden Quellenkategorien wie Autographe, Abschriften, Erstausgaben und Zeitungen systematisch geprüft. Editorshackeln greifen auf Methoden der Stemmatologie und der diplomatischen Edition, verbunden mit Dokumenten aus Archiven wie dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Archiv der Akademie der Künste und dem Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Instrumente und Standards kommen von der Text Encoding Initiative, der International Standard Bibliographic Description und normierenden Stellen wie der Deutsche Nationalbibliothek. Leitungsteams schließen Mitwirkende aus Instituten wie dem Max-Planck-Institut für Geschichte und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Hamburg ein.
Ausgabenreich sind Projekte zu Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Richard Wagner, Johannes Brahms, Joseph Haydn, Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Anton Bruckner, Hector Berlioz, Clara Schumann, Robert Lucas Pearsall (als Beispiel für seltene Editionsprojekte), sowie literarische Gesamtausgaben zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Thomas Mann, Franz Kafka, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke, Bertolt Brecht, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Nietzsche, Immanuel Kant, Gotthold Ephraim Lessing und Theodor Fontane. Moderne Beispiele umfassen Projekte zu Bertolt Brecht, Hannah Arendt, Martin Heidegger, Karel Čapek und Max Weber. Musikwissenschaftliche Gesamtausgaben wie die Neue Mozart-Ausgabe, die Neue Gesamtausgabe der Briefe und Schriften von Ludwig van Beethoven und die Neue Schubert-Ausgabe dienen als Modell.
Typischer Aufbau gliedert sich in kritische Vorworte, Faksimiles, Text- oder Noteneditionen, Apparate, Kommentar- und Registerbände; solche Strukturen finden sich in Reihen wie der Akademie-Ausgabe, der Neue kritische Ausgabe, der Monumenta Germaniae Historica und der Gesamtausgabe der Werke von Johann Sebastian Bach. Volumen werden oft nach Gattungen oder Perioden getrennt, etwa Kantaten, Sinfonien, Briefe, Tagebücher, philosophische Schriften oder dramatische Werke, wie bei Editionen für Georg Friedrich Händel, Niccolò Paganini, Friedrich Hölderlin und Gustave Flaubert. Herausgebertätigkeiten involvieren Redaktionskollegs, Gutachter wie Vertreter der Bundesrepublik Deutschland-geförderten Kommissionen und Partnerinstitutionen wie der Royal Musical Association.
Kritische Gesamtausgaben prägen Editionsgeschichte, Aufführungspraxis, Interpretationsästhetik und Lehrpläne an Hochschulen wie der Hochschule für Musik und Theater München, der Royal College of Music und der Juilliard School. Rezensionen erscheinen in Fachzeitschriften wie der Zeitschrift für Musikwissenschaft, der Modern Language Review und der Germanistik, und Forschungsdiskurse werden durch Tagungen an Orten wie der Deutsche Akademie der Wissenschaften und der British Academy geleitet. Editionsergebnisse beeinflussen Aufführungen bei Festivals wie den Bayreuther Festspielen und in Institutionen wie der Wiener Staatsoper, sowie Einspielungen bei Labels wie der Deutsche Grammophon.
Digitale Editionen und Datenbanken verknüpfen Projekte mit Plattformen wie der Digital Humanities-Community, der Text Encoding Initiative, dem Europeana Collections-Netzwerk und nationalen Infrastrukturen wie der Deutsche Digitale Bibliothek. Repositorien in Kooperation mit der SUB Göttingen, der SLUB Dresden und der Austrian Centre for Digital Humanities ermöglichen Zugriff und Annotation; ergänzende Tools kommen von Projekten wie Handschriftencensus, RISM und IMSLP. Förderrahmen bieten die European Research Council-Grants, die Horizon Europe-Programme und nationale Förderer wie die VolkswagenStiftung.
Category:Textkritik