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| Kinder- und Jugendtheatertage | |
|---|---|
| Name | Kinder- und Jugendtheatertage |
| Native name | Kinder- und Jugendtheatertage |
| Genre | Theaterfestival |
| Frequency | jährlich |
| Location | verschiedene Städte |
| Country | Deutschland |
Kinder- und Jugendtheatertage sind jährlich stattfindende Festivals für kindliches und jugendliches Theater, die Bühnenproduktionen, Workshops und Diskurse zusammenbringen, um die Theaterpraxis für junge Zielgruppen zu fördern. Die Festivals vernetzen Ensembles, Regisseurinnen, Autorinnen, Intendanten und Kulturpolitikerinnen aus verschiedenen Regionen, um Innovationen in der Theaterpädagogik und Aufführungsästhetik zu präsentieren. Diese Veranstaltungen stehen in Beziehung zu Institutionen wie dem Theater der Zeit, der Deutschen Bühnenverein, dem Bundeszentrale für politische Bildung, dem Goethe-Institut und municipalen Kulturämtern, die Förderstrukturen, Jurys und Bildungsangebote mitgestalten.
Die historischen Wurzeln der Kinder- und Jugendtheatertage lassen sich in der Weimarer Republik mit Initiativen von Bertolt Brecht, Erwin Piscator, Max Reinhardt und freien Gruppen beobachten, die sich später in der Bundesrepublik mit Projekten von Peter Brook, Joachim Faber, Kurt Hübner und dem Schultheater der DDR fortsetzten. In der Nachkriegszeit prägten Festivals wie die Berliner Festspiele, die Stuttgarter Schlossfestspiele und regionale Biennalen das Feld, während Institutionen wie die Deutsche Oper Berlin und das Schauspiel Frankfurt spezifische Kinderreihen entwickelten. Ab den 1970er Jahren verknüpften sich Theaterpädagogen wie Elfriede Jelinek (als Autorin), Regisseure wie Georg Büchner-Aufführende, und Träger wie die Kultusministerkonferenz und die Stiftung Mercator in Förderprogrammen. In den 1990er und 2000er Jahren erweiterten Netzwerke mit dem European Theatre Convention, dem ASSITEJ-Netzwerk und dem Council of Europe die internationalen Kooperationen.
Die Festivals verfolgen Ziele, die auf Partizipation, künstlerischer Qualität und Bildungswirkung ausgerichtet sind; sie kooperieren mit Häusern wie dem Schauspielhaus Zürich, dem Maxim Gorki Theater, der Volksbühne Berlin und freien Kollektiven aus dem Theater am Neumarkt. Zielsetzungen umfassen die Förderung von Autorinnen wie Elfriede Jelinek, Regisseurinnen wie Cathrine Vaud und Dramaturginnen, die Vernetzung mit Stiftungen wie der Kulturstiftung des Bundes, die Entwicklung von Vermittlungsprogrammen mit Akteuren wie dem Goethe-Institut und die Etablierung von Nachwuchsformaten in Kooperation mit dem Deutscher Bühnenverein und kommunalen Kulturämtern. Die konzeptionelle Ausrichtung betont interdisziplinäre Zugänge mit Choreografen aus dem Umfeld von Pina Bausch, Installationskünstlern wie Joseph Beuys-Inspirierte Projekte und medienbasierte Formen, eingebettet in Förderlinien der Jugendkunstschule und kulturpolitische Strategien der Landeszentrale für politische Bildung.
Das Programm reicht von klassischen Stückbearbeitungen nach Wilhelm Hauff, Hermann Hesse und Theodor Storm über Uraufführungen von Autorinnen aus dem Umfeld von S. Fischer Verlag und szenischen Formaten mit Künstlern wie Thomas Ostermeier, bis zu partizipativen Formaten mit Theaterpädagogen, Kunstausstellungen, Performances und digitalen Formaten, in denen Institute wie die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und Universitäten kooperieren. Formate umfassen Inszenierungen für Vorschulkinder, Stücke für Jugendliche, interaktive Workshops mit Ensembles des Deutschen Schauspielhauses, Schulkooperationen mit dem Landesschulamt, Fachgespräche mit Moderatorinnen aus dem Theater der Zeit und Fortbildungen für Lehrkräfte in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Kultusministerkonferenz.
Teilnehmende sind professionelle Theaterensembles wie das Schlossfestspiele Neuenburg-Ensemble, freie Gruppen aus Berlin, Hamburg und München, Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen, Dramaturgen, Theaterpädagoginnen, Schülergruppen, Lehrerinnen, Elternvertretungen und Fachpublikum von Theaterförderern wie der Stiftung Mercator, der Kulturstiftung des Bundes und dem Goethe-Institut. Zielgruppen reichen von Vorschulkindern über Schulklassen bis zu jugendlichen Besucherinnen und Fachleuten aus Kulturverwaltung, die aus Städten wie Berlin, Hamburg, München, Köln und Dresden anreisen. Internationale Beiträge kommen häufig aus dem Netzwerk der ASSITEJ International, dem European Theatre Convention und Partnerhäusern wie dem Théâtre National de Bretagne oder dem Royal Court Theatre.
Organisatorisch werden die Veranstaltungen meist von kommunalen Trägern, Kulturämtern, Theatern, privaten Stiftungen und überregionale Verbände wie dem Deutschen Bühnenverein getragen. Förderpartner sind häufig die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes, Landesministerien für Kultur in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin sowie Förderer wie die Körber-Stiftung und die Stiftung Mercator. Die operative Umsetzung liegt bei Produzentinnen, Festivalleitungen, Intendanten, Kuratorinnen und Projektmanagern, die mit Jurys und Beiräten aus Institutionen wie dem Schauspielhaus Hamburg, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und Hochschulen kooperieren.
Die Festivals beeinflussen die professionelle Praxis in Häusern wie dem Residenztheater München, dem Schauspiel Köln und dem Staatstheater Stuttgart durch Impulse in Repertoirebildung, Nachwuchsförderung und theaterpädagogischen Konzepten. Wirkung zeigt sich in Curricula an Institutionen wie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Förderprogrammen der Kulturstiftung des Bundes und internationalen Austauschprojekten mit dem European Theatre Convention und der ASSITEJ International. Die Veranstaltungen tragen zur öffentlichen Wahrnehmung von Kinder- und Jugendkultur bei, wirken auf kommunale Kulturpolitik in Städten wie Leipzig und Nürnberg und schaffen Kooperationen mit Bildungsinstitutionen wie der Universität der Künste Berlin.
Im Rahmen der Festivals werden Preise und Wettbewerbe vergeben, die an Produktionen, Schauspielerinnen, Regisseure und Ensembles gehen; Beispiele sind Nominierungen für Auszeichnungen wie der Deutsche Theaterpreis Der Faust, Preise der Berliner Festspiele, Residenzförderungen der Kulturstiftung des Bundes und Nachwuchspreise, die in Kooperation mit Verbänden wie dem Deutschen Bühnenverein oder der ASSITEJ organisiert werden. Wettbewerbe fördern Uraufführungen, Autorinnenförderung und internationale Koproduktionen mit Häusern wie dem National Theatre und dem Comédie-Française.
Category:Theaterfestivals in Germany