Generated by GPT-5-mini| Historische Kommission für Pommern | |
|---|---|
| Name | Historische Kommission für Pommern |
| Formation | 1934 |
| Type | wissenschaftliche Kommission |
| Location | Greifswald |
| Leader title | Vorsitz |
Historische Kommission für Pommern
Die Historische Kommission für Pommern ist eine wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung der Geschichte Pommerns mit Sitz in Greifswald; sie arbeitet im Spannungsfeld von Universität Greifswald, Staatsarchiv Stettin (Szczecin), Landeshauptarchiv Schwerin und regionalen Museen wie dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald und dem Museum Stettin. Die Kommission kooperiert regelmäßig mit Institutionen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Max-Planck-Institut für Geschichte, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und mit internationalen Partnern aus Polen, Schweden und Dänemark. Ihr interdisziplinärer Ansatz vernetzt Forschung zu Persönlichkeiten wie Bogislaw X., Ernst Moritz Arndt, Carl Loewe und Ereignissen wie der Westfälische Friede, der Große Nordische Krieg und der Schlacht bei Tczew.
Die Kommission entstand in den 1930er Jahren vor dem Hintergrund institutioneller Entwicklungen an der Universität Greifswald, beeinflusst von Historikern wie Friedrich Meinecke und Otto Hintze sowie regionalen Archivaren der Staatsbibliothek zu Berlin. In den Nachkriegsjahrzehnten prägten Wissenschaftler wie Werner Buchholz, Hans Branig und Klaus Krogmann die Forschung, während internationale Kontakte zu Forscherinnen und Forschern an der Universität Warschau, der Stockholms universitet und der Königlich Dänische Akademie der Wissenschaften wiederaufgenommen wurden. Politische Umbrüche wie die Potsdamer Konferenz und die Verschiebung der Grenzen beeinflussten die Archive und Sammlungen, wodurch Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie dem Bundesarchiv und dem Internationalen Komitee für Denkmalpflege erforderlich wurde. Bedeutende Projekte erfolgten in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Warschau und dem Nordost-Institut Lüneburg.
Die Kommission widmet sich der Regionalgeschichte Pommerns, darunter mittelalterliche Herrschaftsstrukturen um Herzogtum Pommern, städtische Entwicklung von Stettin, Stralsund und Greifswald, sowie agrarische Umgestaltungen durch Akteure wie Gutsherren und Institutionen wie dem Deutschen Orden und der Hanse. Forschungsschwerpunkte umfassen Demographie, Migration und Vertreibung etwa in Verbindung mit der Vertreibung der Deutschen aus Polen und Pommern 1945–1950, kirchliche Geschichte mit Bezug zu Bischofrichten und Reformation-Akten, Wirtschafts-, Verkehrs- und Handelsgeschichte entlang der Ostsee, technische und kulturelle Modernisierung einschl. Arbeiten zu Eisenbahn-Netzen, Reichsbahn und Hafenentwicklung. Thematisch werden zudem Biographien von Lokalgrößen wie Ernst Moritz Arndt, Verfassungsfragen im Kontext des Heiligen Römischen Reiches und Umweltgeschichte mit Studien zum Pommernsche Bodenschutz behandelt.
Die Kommission gibt Monographien, Sammelbände und Reihen heraus, darunter regionale Reihen ähnlich den Publikationen in Kooperation mit dem Jahresbericht der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, Editionen historischer Quellen wie Urkundeneditionen zu Swantopolk II. und Barnim I., sowie personengeschichtliche Studien zu Carl Loewe, Theodor Billroth und Gustav Stresemann. Weitere Publikationen erscheinen in Form von Tagungsbänden zu Konferenzen in Kooperation mit der Deutsche Historische Institut-Netzwerk, Festschriften für Persönlichkeiten wie Kurt Riezler und Quelleneditionen zu Städten wie Stargard und Kolberg. Herausgeber leisten Beiträge zu Lexika und Handbüchern wie dem Handbuch zur Geschichte Deutschlands und Artikeln in Zeitschriften wie der Zeitschrift für Historische Forschung und dem Jahrbuch für Regionalgeschichte.
Die Kommission ist ein Gremium aus Hochschullehrern, Archivaren und Museumsleitern; Mitglieder kamen aus Institutionen wie der Universität Greifswald, der Universität Rostock, der Technischen Universität Berlin, dem Historischen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Landesmuseum für Technik und Arbeit. Prominente Mitglieder oder Mitarbeiter waren Historiker wie Werner Buchholz, Klaus Krogmann, Archivare aus dem Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern sowie Kuratoren des Pommerschen Landesmuseums Greifswald. Die Leitung kooperiert mit Beiräten aus dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und dem Institut für Ostmitteleuropaforschung.
Internationale Netzwerke umfassen Partnerschaften mit dem Polnisches Institut für Nationales Gedenken (IPN), der Universität Szczecin, dem Nordost-Institut Lüneburg, dem Deutschen Historischen Institut Warschau und europäischen Programmen der Europäischen Union. Nationale Kooperationen bestehen mit dem Deutschen Historischen Museum, dem Bundesarchiv, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und regionalen Vereinen wie der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde. Forschungsverbünde haben Verbindungen zur Deutschen Forschungsgemeinschaft, zur Alexander von Humboldt-Stiftung sowie zu Stiftungen wie der Körber-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung für kulturpolitische Projekte.
Die Arbeit stützt sich auf Bestände in Archiven und Bibliotheken wie dem Landeshauptarchiv Schwerin, dem Staatsarchiv Szczecin, der Universitätsbibliothek Greifswald, dem Stadtarchiv Stralsund, dem Bundesarchiv, sowie privaten Sammlungen und Nachlässen etwa von Ernst Moritz Arndt und Carl Loewe. Quellen umfassen Urkunden, Amtsbücher, Karten und Matrikel der Hanse, Schiffspapiere der Ostseehäfen sowie Kirchenbücher aus Pfarreien wie Demmin und Cammin. Digitalisierungsprojekte erfolgen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek und der Europeana-Initiative.
Die Kommission trägt zur regionalen Identität Pommerns bei, wird in Publikationen über Personen wie Bogislaw X. und Ereignisse wie der Westfälische Friede zitiert und beeinflusst museale Präsentationen in Einrichtungen wie dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald und dem Deutschen Historischen Museum. Ihre Arbeit wird in Debatten über Erinnerungskultur, Grenzgeschichte und Minderheiten wie den Kaschuben rezipiert und in Medienformaten der Deutschen Welle und regionalen Zeitungen diskutiert; sie kooperiert mit Bildungsträgern wie der Landeszentrale für politische Bildung bei didaktischen Projekten. Internationale Historiker der Polnischen Akademie der Wissenschaften, der Kungliga Vetenskapsakademien und der Royal Historical Society beziehen Veröffentlichungen der Kommission in vergleichenden Studien zur Ostseeregion ein.
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