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| Historische Kommission für Baden-Württemberg | |
|---|---|
| Name | Historische Kommission für Baden-Württemberg |
| Formation | 1949 |
| Type | Forschungskommission |
| Headquarters | Stuttgart |
| Location | Baden-Württemberg |
| Leader title | Vorsitz |
Historische Kommission für Baden-Württemberg Die Historische Kommission für Baden-Württemberg ist eine wissenschaftliche Kommission mit Sitz in Stuttgart, die sich der Erforschung der Geschichte des heutigen Baden-Württemberg widmet. Die Kommission arbeitet traditionell eng mit Institutionen wie dem Landesarchiv Baden-Württemberg, der Universität Freiburg, der Universität Tübingen, der Universität Stuttgart und dem Landesmuseum Württemberg zusammen. Gegründet in der Nachkriegszeit, steht die Kommission in Fortführung von Vorgängerorganisationen wie der Badische Historische Kommission und der Württembergische Kommission sowie in Verbindung mit überregionalen Einrichtungen wie der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg.
Die Entstehung der Kommission fiel in die Phase des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, parallel zu Reformen in Institutionen wie dem Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Frühere Traditionen knüpften an Archive und Sammlungen der Großherzogtum Baden- und Königreich Württemberg-Periode an, etwa Handschriftenbestände aus dem Kloster Maulbronn und Akten des Reichskammergericht-Kontextes. In den 1950er- und 1960er-Jahren kooperierte die Kommission mit Projekten zur Edition von Quellen wie den Württembergischen Urkunden und den Badischen Urkunden; prominente Mitglieder kamen aus Kreisen der Hessischen Historiker-Tradition, der Deutschen Historischen Institute und der Sächsischen Akademie. In den 1980er- und 1990er-Jahren beeinflussten Debatten über Historische Anthropologie und Alltagsgeschichte Forschungsschwerpunkte; Kooperationen bestanden mit Einrichtungen wie dem Institut für Geschichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und Museen wie dem Germanisches Nationalmuseum. Jüngere Entwicklungen beziehen digitale Editionen und Projekte mit Partnern wie der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Deutschen Historischen Museum ein.
Die Kommission fördert Editionen, Prosopographien und regionalgeschichtliche Studien etwa zu Themen aus Mittelalter, Frühe Neuzeit, Reformation, Napoleonische Kriege, Deutscher Bund und Deutsche Revolution 1848/49. Schwerpunkte umfassen die Erforschung von Herrschaftsstrukturen im Heiliges Römisches Reich, städtischer Entwicklung in Städten wie Ulm, Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim, kirchlicher Geschichte einschließlich Studien zu Bistum Konstanz und Erzstift Mainz, sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mit Fallstudien zu Handelsnetzwerken um Rhein und Neckar. Die Kommission initiiert Quelleneditionen, dokumentiert Familien- und Adelsgeschlechter wie Hohenzollern, Württemberg und Zähringen sowie biographische Sammlungen zu Persönlichkeiten wie Friedrich Schiller, Heinrich von Tübingen und Caspar David Friedrich. Forschungskooperationen bestehen mit Universitäten, Landesbibliotheken, Archiven und Museen wie dem Landesmuseum Württemberg und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte.
Die Kommission gibt zahlreiche Publikationsreihen heraus, darunter kritische Editionen von Urkunden, Aktenreihen und Sammelbänden. Zu den Formaten zählen mehrbändige Quelleneditionen, Tagungsbände, Monographien und Aufsätze in Reihen, die mit Verlagen wie dem De Gruyter, Mohr Siebeck und regionalen Verlagen publiziert werden. Wichtige Reihen widmen sich Themen wie den Landtagen Württemberg-Protokollen, Urkundensammlungen zu Baden sowie prosopographischen Nachschlagewerken zu regionalen Magistraten, Ratsherren und Professoren. Die Publikationsaktivitäten erfolgen in Kooperation mit Institutionen wie der Baden-Württembergischen Landesbibliothek, dem Archiv der Hansestadt Lübeck und internationalen Partnern wie dem International Committee of Historical Sciences.
Die Kommission ist als wissenschaftlicher Beirat organisiert mit einem Vorsitz, einem Vorstand und einem erweiterten Kreis von Mitgliedern, die aus Universitäten wie der Universität Heidelberg, der Ludwigs-Maximilians-Universität München, der Freie Universität Berlin sowie aus Archiv- und Museumsdirektionen stammen. Mitglieder sind Historiker, Archivarinnen, Editionswissenschaftler und Mediävisten mit Forschungsschwerpunkten in Institutionen wie dem Deutschen Historischen Institut Warschau und der Max-Planck-Gesellschaft. Die Mitgliedschaft umfasst ordentliche und korrespondierende Mitglieder, Ehrenmitglieder und Fellows, die öffentliche Vorträge, Kolloquien und Gutachten erstellen.
Langfristige Projekte umfassen Editionen von Urkundenbeständen, Biographien regionaler Eliten und digitale Editionsvorhaben in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Staatsbibliothek Bamberg, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Institut für Europäische Geschichte. Interdisziplinäre Kooperationen binden Institute für Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte und Theologie ein, etwa mit dem Deutschen Historischen Institut Rom und der Katholisch-Theologischen Fakultät Freiburg. Fördermittel kommen von Stiftungen wie der Kulturstiftung der Länder, der VolkswagenStiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die gemeinsame Projekte zu Restaurierung, Digitalisierung und Erschließung von Beständen unterstützen.
Die Kommission arbeitet eng mit Archiven wie dem Generallandesarchiv Karlsruhe, dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart, dem Staatsarchiv Freiburg und zahlreichen kommunalen Archiven in Städten wie Pforzheim, Ravensburg und Esslingen am Neckar zusammen. Bestände umfassen Urkunden, Akten, Kartographica, Sammelbestände von Korrespondenzen regionaler Persönlichkeiten sowie Nachlässe von Gelehrten und Politikern. Restaurierungs- und Digitalisierungsinitiativen werden gemeinsam mit Einrichtungen wie dem Bundesarchiv, der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg durchgeführt, um den Zugriff für Forscherinnen und Forscher weltweit zu erleichtern.
Die Kommission hat zentrale Beiträge zur Erforschung der Landesgeschichte von Baden, Württemberg und der Reichslandschaft geleistet, indem sie Quellen zugänglich machte, historiographische Debatten zu Regionalidentität, Reformation und Industrialisierung anstieß und die professionelle Editionspraxis prägte. Ihre Arbeiten werden in Monographien, Lehrbüchern und regionalen Ausstellungen zitiert, etwa in Publikationen über die Industrialisierung in Deutschland, die Bauernkriege und die Reformationsgeschichte. Kooperationen mit Museen, Universitäten und Archive führten zu Ausstellungskatalogen, Schulprojekten und digitalen Portalen, die die Landesgeschichte einem breiteren Publikum zugänglich machen.
Category:Geschichtswissenschaft