Generated by GPT-5-mini| Historische Kommission | |
|---|---|
| Name | Historische Kommission |
| Native name | Historische Kommission |
| Formation | 19th century (various regional commissions) |
| Type | Kommission für historische Forschung |
| Headquarters | Deutschland (verschiedene Städte) |
| Region served | Deutschland, Österreich, Schweiz |
| Languages | Deutsch |
| Leader title | Vorsitzender |
Historische Kommission
Die Historische Kommission ist eine Bezeichnung für mehrere wissenschaftliche Gremien, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegründet wurden, um historische Forschung, Editionen und Beratung zu fördern; sie kooperiert mit Institutionen wie der Preußische Akademie der Wissenschaften, dem Deutsche Historische Institut, der Bayerische Akademie der Wissenschaften und dem Max-Planck-Institut für Geschichte und steht in Verbindung zu Projekten wie der Monumenta Germaniae Historica, der Deutschen Biographie und der Historischen Umweltforschung.
Kommissionen dieser Art entstanden im 19. Jahrhundert in Nachbarschaft zu Einrichtungen wie der Universität Göttingen, der Universität Berlin, der Universität München und der Universität Wien und wurden von Persönlichkeiten wie Leopold von Ranke, August Ludwig von Schlözer, Johann Gustav Droysen und Friedrich Meinecke beeinflusst; wichtige Etappen waren die Gründung regionaler Gremien in Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg sowie Kooperationen mit der Kaiserliche Akademie der Wissenschaften und dem Reichsarchiv während der Reichsgründung. In der Weimarer Republik wirkten Mitglieder in Dialogen mit der Göttinger Sieben-Tradition und reflektierten Debatten um die Frankfurter Nationalversammlung; unter dem Deutsches Reich (1933–1945) veränderten sich Mandate gegenüber Institutionen wie dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und der Preußische Kultusministerium. Nach 1945 wurden Beziehungen zur Bundeszentrale für politische Bildung, zur Deutschen Forschungsgemeinschaft und zu universitären Fakultäten an der Freie Universität Berlin, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Hamburg neu gestaltet.
Zu den Zuständigkeiten zählen die Edition von Quellen für die Forschung, die Begutachtung von Forschungsvorhaben, die Beratung staatlicher Archive wie dem Bundesarchiv, dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Generallandesarchiv Karlsruhe und dem Staatsarchiv Wien sowie die Mitwirkung an Großprojekten wie den Regesta Imperii, der Monumenta Germaniae Historica und der Deutschen Biographie. Weitere Aufgaben umfassen die Organisation von Tagungen mit Partnern wie dem Historisches Kolleg, dem Deutschen Historikertag, der German Historical Institute Washington DC und dem Istituto Storico Germanico, die Veröffentlichung von Reihen in Verlagen wie De Gruyter, München: Oldenbourg und C.H. Beck sowie die Kooperation mit Stiftungen wie der Krupp-Stiftung, der Max-Planck-Gesellschaft und der Robert Bosch Stiftung.
Die Organisation ist meist Kollegial und arbeitet mit Vorständen, Sekretariaten und Arbeitsgruppen; prominente Mitglieder und Präsidenten kamen aus Kreisen um Heinrich Brunner, Gustav Schmoller, Theodor Mommsen, Ernst Kantorowicz, Hans-Ulrich Wehler und Jürgen Kocka sowie mit Beteiligung von Historikern wie Wolfgang Mommsen, Geoffrey Barraclough, Michael Stürmer, Alfred Haverkamp und Peter H. Wilson. Institutionelle Partner sind unter anderem die Sächsische Akademie der Wissenschaften, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Universität Zürich. Ehrenmitglieder stammen bisweilen aus Reihen von Laureaten wie dem Georg Dehio Preis, dem Buchpreis der Stiftung Deutsche Wissenschaft, dem Gottfried Wilhelm Leibniz Prize-Trägern und Trägern des Bundesverdienstkreuzes.
Die Kommissionen publizieren Quelleneditionen, Sammelbände, Jahrbücher und Bibliographien in Kooperation mit Institutionen wie dem Historisches Institut Bern, dem Forschungsverbund SED-Staat, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und dem Institut für Zeitgeschichte. Typische Reihen umfassen kritische Editionen ähnlich den Monumenta Germaniae Historica-Bänden, Beitragsreihen wie bei De Gruyter, Tagungsbände beim Waxmann Verlag und Jahrbücher, die in Bibliotheken der Staatsbibliothek zu Berlin, der Bayerische Staatsbibliothek und der Österreichische Nationalbibliothek geführt werden. Arbeitsweisen schließen Quellenkritik nach Methoden von Leopold von Ranke, Vergleichende Studien im Geschmack der Annales-Schule sowie interdisziplinäre Kooperationen mit Instituten wie dem Max-Planck-Institut für Geschichte, dem Institut für Europäische Geschichte und dem Deutschen Historischen Institut Rom.
Die Kommissionen arbeiten eng mit Archiven, Universitäten, Akademien und Stiftungen zusammen, darunter das Bundesarchiv, das Landesamt für Denkmalpflege, die Europäische Kommission-Projekte zur Kultur, das Deutsche Historische Museum, das Haus der Geschichte, das Deutsche Literaturarchiv Marbach und internationale Partner wie das British Academy, die Academia Europaea, das École des Hautes Études en Sciences Sociales, das Vatican Library-Netzwerk und die Bibliothèque nationale de France. Kooperationen bestehen zudem mit Forschungseinrichtungen wie dem Institute for Advanced Study, dem Harvard Center for European Studies, dem Yale Center for British Art und dem Cambridge University Library.
Die Kommissionen hatten Einfluss auf Editionsstandards, Quellenerschließung und die Ausbildung von Historikern; ihre Arbeit wird in Diskussionen um Historiker wie Isaiah Berlin, E. H. Carr, Fernand Braudel und Eric Hobsbawm sowie in Debatten um Erinnerungskultur mit Akteuren wie dem Zentrum für Antisemitismusforschung, dem Stiftung Deutsches Historisches Museum und dem Bundeszentrale für politische Bildung rezipiert. Rezeptionen zeigen Spannungen zwischen traditionellen Editionsaufgaben und neueren Forschungsfeldern wie Digital Humanities, vertreten u. a. durch das Deutsche Historische Institut Paris, das Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften und die European Research Council-geförderten Projekte; die Wirkung erstreckt sich auf Museen, Archive und Universitäten in Europa und Nordamerika, etwa auf Institutionen wie dem Smithsonian Institution, dem Metropolitan Museum of Art und der Library of Congress.
Category:Wissenschaftliche Organisationen in Deutschland