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| Göttinger Digitalisierungszentrum | |
|---|---|
| Name | Göttinger Digitalisierungszentrum |
| Established | 2010s |
| Location | Göttingen, Niedersachsen, Deutschland |
| Type | Digitalisierungszentrum |
Göttinger Digitalisierungszentrum Das Göttinger Digitalisierungszentrum ist eine Institution für die Digitalisierung von kulturellem Erbe, wissenschaftlichen Sammlungen und historischen Beständen. Es arbeitet mit Bibliotheken, Archiven, Museen und Forschungseinrichtungen zusammen, um analoge Bestände in digitale Formate zu überführen, digitale Langzeitarchivierung zu realisieren und digitale Forschungsinfrastrukturen bereitzustellen. Träger, Partner und Nutzer stammen aus dem Umfeld von Universitäten, Staatsbibliotheken und Forschungsprojekten.
Die Entstehung des Digitalisierungszentrums ist in engem Zusammenhang mit Initiativen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft-Forderung nach digitalen Infrastrukturen, der Entwicklung durch Projekte der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, dem Ausbau von Kompetenzen an der Georg-August-Universität Göttingen und Förderlinien der Bundesrepublik Deutschland sowie der Europäischen Union. Frühere Meilensteine knüpfen an Programme wie Europeana, Deutsche Digitale Bibliothek, DARIAH und CLARIN an; Kooperationen entstanden mit Einrichtungen wie der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Deutschen Historischen Museum, der Bayerischen Staatsbibliothek und dem Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie. Einflussreiche Projekte und Förderfälle erinnern an Initiativen wie BMBF-Programme, Hochschulpakt, Kulturstiftung der Länder und interdisziplinäre Vorhaben zwischen Historisches Seminar Göttingen und Instituten wie dem Göttingen State and University Library. Technologische Entwicklungen folgten Impulse von Institutionen wie Deutsches Forschungsnetz, DIN, DFG-Kolleg und internationalen Partnern wie Library of Congress, British Library, Bibliothèque nationale de France und Smithsonian Institution.
Das Zentrum bietet Dienstleistungen für die Digitalisierung von Handschriften, Drucken, Karten, Plakaten, Fotografien und Mikroformen; dazu zählen Bildaufnahmeservices, Metadatenerfassung, OCR- und ICR-Aufbereitung, Konvertierung in Formate wie TIFF, JPEG2000, PDF/A und standardisierte Metadatenschemata wie METS, MODS und Dublin Core. Es führt konservatorische Vorarbeiten für Bestände von Institutionen wie der Niedersächsischen Landesbibliothek, dem Stadtarchiv Göttingen, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Museen wie dem Museum Friedland und Sammlungen von Institutionen wie dem Max-Planck-Institut für Biophysik durch. Ergänzende Services umfassen Rechteklärung im Kontext von Urheberrecht-Fragen, Lizenzierung mit Bezug auf Creative Commons-Modelle und Unterstützung bei Förderanträgen an Stellen wie Kulturstiftung des Bundes und German Research Foundation (DFG). Weitere Nutzer sind Institute wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Forschungsgruppen der Fraunhofer-Gesellschaft und Kliniken mit historischen Beständen wie dem Deutsches Primatenzentrum.
Die technische Ausstattung umfasst hochauflösende Kameras von Herstellern, die mit Standards aus Bereichen wie ISO und IEC arbeiten, spezialisierte Buchscanner für Formate analog zu Beständen der Göttinger Staats- und Universitätsbibliothek, Roboter-basierte Aufnahmesysteme, Rechencluster für Bildverarbeitung und Server für Langzeitarchivierung unter Nutzung von Technologien wie LOCKSS, OAIS-Konzepten und Persistenten Identifikatoren wie DOI und ARK. Zur Bildverarbeitung werden Algorithmen aus dem Umfeld von OpenCV, TensorFlow und PyTorch eingesetzt; für Metadatenmanagement kommen Systeme wie Archivematica, Fedora Commons, Islandora und DSpace zum Einsatz. Netzwerkanbindungen orientieren sich an Standards des Deutschen Forschungsnetzes (DFN); Backup-Strategien und Klimakontrolle entsprechen Normen wie DIN EN 16893 und Empfehlungen der ICOM. Für die barrierefreie Bereitstellung werden Webstandards der W3C berücksichtigt; Such- und Präsentationsschichten können auf Technologien wie Elasticsearch, Solr und IIIF basieren.
Das Zentrum kooperiert mit Universitäten wie der Georg-August-Universität Göttingen, der Technischen Universität München, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie mit Forschungseinrichtungen wie der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft. Forschungsprojekte verknüpfen Themen aus Digital Humanities in Zusammenarbeit mit Netzwerken wie DARIAH-DE, CLARIN-D, sowie transnationalen Programmen wie Horizon 2020, Horizon Europe und Initiativen der Europäischen Kommission. Partner aus dem Bibliothekswesen schließen Deutsche Nationalbibliothek, Stadtbibliothek Göttingen und regionale Archive ein; museale Kooperationen bestehen mit Institutionen wie dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und dem Deutschen Historischen Museum. Interdisziplinäre Forschung verknüpft Bereiche der Informatik mit Instituten wie dem Leibniz-Institut für Informatik (Schloss Dagstuhl), dem Zentrum für Computational Humanities und Laboratorien der Max-Planck-Institute.
Zu den Projekten zählen Digitalisate historischer Handschriften aus Sammlungen wie der Staatsbibliothek zu Berlin, Kartenwerke aus Beständen vergleichbar mit der Königlichen Bibliothek Kopenhagen, literaturwissenschaftliche Editionen in Kooperation mit dem Göttinger Digitalisierungszentrum-Umfeld, historische Zeitungen digitalisiert nach Vorbildern der ZDB und Europeana Newspapers, Sammlungen zu Personennachlässen von Persönlichkeiten wie Georg Christoph Lichtenberg, Wilhelm Grimm, Jacob und Wilhelm Grimm-Nachlässen, musikalische Handschriften vergleichbar mit Beständen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie naturwissenschaftliche Sammlungen in Kooperation mit dem Natural History Museum London-Netzwerk. Langzeitarchive nutzen Standards, um Kollektionen wie historische Karten, Fotografien, Mikrofilme und Objektkataloge zugänglich zu machen.
Träger sind gemeinnützige Einrichtungen, Hochschulen und kommunale Partner; Finanzierungen erfolgen über Drittmittel, Drittmittelausgaben von Einrichtungen wie der Georg-August-Universität Göttingen, Förderlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, EU-Förderprogramme und Stiftungen wie Kulturstiftung der Länder und Stiftung Volkswagen. Die Leitung arbeitet mit Gremien ähnlich denen in Einrichtungen wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Aufsichtsgremien vergleichbar mit denen der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Personal umfasst Fachleute aus Bibliothekswesen, Restaurierung, Informatik, Recht und Projektmanagement; Fortbildung erfolgt in Kooperation mit Institutionen wie Zentralinstitut für Bibliothekswesen und Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis.
Für die Öffentlichkeitsarbeit nutzt das Zentrum Ausstellungen, Workshops, Publikationen und Online-Portale; Formate orientieren sich an Angeboten großer Einrichtungen wie Europeana, Deutsche Digitale Bibliothek, Museum für Naturkunde, Goethe-Institut-Programmen und regionalen Bildungsnetzwerken wie Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Bildungsangebote umfassen Schulprojekte, Lehrveranstaltungen an der Georg-August-Universität Göttingen, Fortbildungen für Archivpersonal in Kooperation mit Landesbibliotheken, sowie Citizen-Science-Initiativen ähnlich denen von Zooniverse.
Category:Kulturelles Erbe