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| Dänische Nationalbibliothek | |
|---|---|
| Name | Dänische Nationalbibliothek |
| Native name | Dänische Nationalbibliothek |
| Established | 1648 |
| Location | Kopenhagen |
| Type | Nationalbibliothek |
| Collection size | über 35 Millionen Objekte |
| Director | Staatsbibliothekar |
Dänische Nationalbibliothek ist die nationale Bibliothek Dänemarks mit umfassenden Sammlungen zur dänischen und internationalen Kulturgeschichte. Sie fungiert als gesetzliche Depositbibliothek für Werke aus Dänemark und den Färöer sowie für schwedische und norwegische Drucke in historischen Beständen. Die Institution arbeitet eng mit Einrichtungen wie der Royal Library, Copenhagen, dem Nationalmuseum Dänemark und internationalen Partnern wie der British Library und der Bibliothèque nationale de France zusammen.
Die Gründung der Bibliothek lässt sich auf Initiativen des König Christian IV. und die Sammlungen am Königliches Schloss Christiansborg zurückführen, wobei frühe Bestände mit Schenkungen aus den Sammlungen von Tycho Brahe, Ole Worm und Peder Griffenfeld verbunden sind. Im 18. und 19. Jahrhundert erweiterten Sammlungen durch Erwerbungen und die Übernahme konfiszierter Bestände die Rolle der Bibliothek als nationales Archiv; wichtige Ereignisse wie der Wiener Kongress beeinflussten den internationalen Bücheraustausch. Während der Besetzung durch Deutsches Reich 1940–1945 blieb die Bibliothek ein Zentrum intellektuellen Widerstands, und nach dem Zweiten Weltkrieg trug die Institution zur kulturellen Wiederaufbauinitiative der Nordische Zusammenarbeit bei. In jüngerer Zeit prägten Umstrukturierungen wie die Fusion mit der Königlichen Bibliothek sowie Kooperationen mit Universitäten wie der Københavns Universitet die moderne Ausrichtung.
Die Bestände umfassen etwa Handschriften, Inkunabeln, Zeitungen, Karten, Noten, Fotografien und digitale Medien. Bedeutende Sammlungen enthalten Werke von Hans Christian Andersen, Søren Kierkegaard, Niels Bohr und Karen Blixen, sowie Archivmaterialien zu Persönlichkeiten wie Bertel Thorvaldsen und Vilhelm Hammershøi. Kartensammlungen stehen neben nautischen Plänen aus dem Bestand von Ole Rømer und Druckwerken aus der Zeit von Christian II. Einlagen zu Rechtstexten verweisen auf historische Kodizes unter Bezugnahme auf das Grundgesetz Dänemarks und internationale Verträge wie den Wiener Kongress. Periodika umfassen Titel wie Politiken, Berlingske Tidende und Fachjournale aus dem Bestand der Københavns Universitet.
Die Leitung orientiert sich an Modellen nationaler Bibliotheken wie der Library of Congress und der Deutsche Nationalbibliothek. Ein Direktorium koordiniert Bereiche für Sammlungsentwicklung, Katalogisierung, Konservierung und Digitalisierung; einschlägige Abteilungen arbeiten mit Projektpartnern wie der UNESCO und dem European Library-Netzwerk. Die institutionelle Finanzierung beruht auf Zuschüssen des dänischen Ministeriums für Kultur sowie Förderprogrammen der Nordic Council; rechtliche Rahmenbedingungen basieren auf dem dänischen Urheberrecht und Depositionserlassen. Gremien aus Vertretern der Københavns Universitet, des Danish Cultural Institute und Museumsleitungen überwachen strategische Entscheidungen.
Wissenschaftliche Nutzerinnen und Nutzer, Studierende der Københavns Universitet und internationale Forschende können Lesesaalzugang beantragen; Leihverkehr besteht mit Institutionen wie der British Library, der Bibliothèque nationale de France und der Staatsbibliothek zu Berlin. Digitale Dienste bieten Suchportale, Fernzugriff über Bibliotheksverbünde wie Europeana sowie Lizenzvereinbarungen mit Verlagen wie Gyldendal und Kooperationsprojekten mit der Royal Danish Academy of Sciences and Letters. Bildungsprogramme richten sich an Schulen wie der Herlufsholm School und Hochschulen wie der Aarhus Universitet. Barrierefreie Angebote kooperieren mit Organisationen wie dem Danish Agency for Culture and Palaces.
Hauptsitz befindet sich in Kopenhagen nahe der Universitätsplatz, mit Magazinbauten in städtischen Liegenschaften und externen Depots in Randbezirken. Historische Räume stammen aus dem Umfeld des Christiansborg und weisen Architekturmerkmale der Renaissance und des Historismus auf. Satellitenstandorte bestehen in Kooperation mit der Aarhus Bibliotek und regionalen Museumseinrichtungen wie dem Den Gamle By. Restaurierungswerkstätten nutzen spezifische Labore ähnlich denen der British Library und des Konservatorenverbandes.
Großprojekte zur Digitalisierung umfassen systematische Scans von Handschriften, Zeitungen und Karten in Kooperation mit Europeana und der Deutsche Digital Bibliothek. Langzeitarchivierung folgt Standards wie OAIS und arbeitet mit Formaten, die von der International Federation of Library Associations and Institutions empfohlen werden. Restaurierungsprogramme wenden Techniken an, die in Forschungseinrichtungen wie dem Copenhagen Institute of Conservation entwickelt wurden; parallel laufen Projekte zur Klimaüberwachung in Magazinräumen nach Richtlinien der International Council on Archives.
Die Bibliothek fördert Forschungsprojekte zu Themen wie dänische Literaturgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und Musikwissenschaften in Kooperation mit Instituten wie dem Saxo-Instituttet, dem Niels Bohr Institut und der Royal Danish Academy of Fine Arts. Öffentliche Vortragsreihen, Ausstellungen zu Sammlungsstücken z. B. zu Hans Christian Andersen oder Søren Kierkegaard sowie Schulprogramme in Partnerschaft mit dem Danish National Museum und der Statens Museum for Kunst stärken die Kulturvermittlung. Internationale Konferenzen zusammen mit der International Federation of Library Associations and Institutions und Publikationsreihen in Zusammenarbeit mit akademischen Verlagen wie Museum Tusculanum Press verbreiten Forschungsergebnisse.
Category:Bibliotheken in Dänemark