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Digitales Deutsches Frauenarchiv

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Digitales Deutsches Frauenarchiv
NameDigitales Deutsches Frauenarchiv
Established2009
LocationBerlin
TypeForschungsarchiv, digitales Archiv

Digitales Deutsches Frauenarchiv is an online, non-profit research portal and virtual repository documenting the history of women and feminist movements in Germany. Es verbindet Bestände, Nachlässe und Dokumente aus Archiven und Bibliotheken wie der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Bundesarchiv, der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main und dem Deutschen Historischen Museum mit Vorträgen, Biografien und Quellensammlungen zu Persönlichkeiten wie Clara Zetkin, Helene Lange und Sophie Scholl. Das Projekt kooperiert mit Einrichtungen wie der Frauenforschungsstelle Köln, dem Deutschen Frauenrat und der Friedrich-Ebert-Stiftung und bietet Zugang zu Materialien mit Relevanz für Forschende, Lehrende und Interessierte an Geschichte der Frauenbewegung, Weimarer Republik, Weimarer Kultur, Bundesrepublik Deutschland und europäischen Netzwerken.

Geschichte

Das Projekt entstand aus Initiativen an Institutionen wie der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Hamburg und dem Max-Planck-Institut für Geschichte zur digitalen Erschließung von Beständen zu Persönlichkeiten wie Auguste Schmidt, Louise Otto-Peters und Anna Pappritz. Fördergeber waren unter anderem die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Körber-Stiftung; Partnerinstitutionen reichten von der Universität Bielefeld über die Technische Universität Dresden bis zur Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv. Die Entwicklung verlief in Etappen, beeinflusst von Programmen der Europäischen Union und Initiativen wie Digital Humanities und Standards der Deutsche UNESCO-Kommission.

Ziele und Aufgaben

Das Portal verfolgt wissenschaftliche Aufgaben ähnlich denen von Projekten an der Freien Universität Berlin und dem Institut für Zeitgeschichte: Dokumentation von Biografien, Erschließung von Nachlässen wie denen von Gertrud Bäumer oder Hedwig Dohm, und Bereitstellung von Primärquellen für Lehrkräfte an der Universität zu Köln sowie Museumsarbeit im Kontext der Bundeszentrale für politische Bildung. Es unterstützt Studien zu Themen wie dem Allgemeines Deutsches Gewerkschaftsbund, der Sozialdemokratische Partei Deutschlands, der Zentrumpartei und zur Rolle von Akteurinnen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus.

Sammlung und Inhalte

Die Sammlung integriert Materialien aus Sammlungen wie der Deutsche Nationalbibliothek, dem Landesarchiv Baden-Württemberg, dem Archiv der deutschen Frauenbewegung und dem Feministisches Archiv Hamburg mit Beständen zu Aktivistinnen wie Alice Salomon, Marie Juchacz, Rosa Luxemburg, Katja Kipping und Anita Augspurg. Der Bestand umfasst Briefe, Redemanuskripte, Fotografien, Plakate und Periodika von Verlagen wie Rowohlt Verlag, S. Fischer Verlag und Verlag Ullstein sowie Materialien zu Ereignissen wie dem Reichstagsbrand-Kontext, der Novemberrevolution und der Wiedervereinigung. Zusätzlich finden sich Sammlungen zu Institutionen wie dem Bund Deutscher Frauenvereine, der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit und der Liga für Menschenrechte.

Digitale Infrastruktur und Technik

Technisch nutzt das Archiv Systeme und Standards, die auch beim Deutschen Forschungsnetz, beim Leibniz-Rechenzentrum und in Projekten der Max Weber Stiftung eingesetzt werden: Metadatenschemata nach Dublin Core, Persistente Identifier analog zu Handle-System-Implementierungen, OCR-Technologien wie in Kooperationen mit Deutsche Digitale Bibliothek und Repositorien nach Vorgaben der Open Archives Initiative. Die Plattform implementiert Zugriffs- und Austauschformate, die mit Bibliotheken wie der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sowie mit Projekten an der Universität Leipzig und dem Zentrum für Digitale Lexikographie der deutschen Sprache interoperabel sind.

Nutzung, Zugang und Rechte

Nutzerinnen und Nutzer aus Kreisen der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der Leuphana Universität Lüneburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg erhalten Zugang zu digitalisierten Archivalien unter Berücksichtigung von Rechten, wie sie auch bei der VG Wort und dem Bundesarchiv verhandelt werden. Lizenzmodelle orientieren sich an Standards wie Creative Commons-Lizenzen, und die Plattform arbeitet mit rechtlichen Rahmenbedingungen, die bei der Deutschen Nationalbibliothek und dem Institut für Museumsforschung Anwendung finden. Nutzungsbedingungen berücksichtigen Persönlichkeitsrechte in Anlehnung an Regelungen des Bundesverfassungsgericht-Rechts und Praxis der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Kooperationen und Finanzierung

Kooperationen existieren mit Universitäten und Forschungseinrichtungen wie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Universität Münster, der Universität Tübingen und dem Deutschen Historischen Institut. Finanzielle Unterstützung kam von Institutionen wie der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung des Bundes, der Robert Bosch Stiftung und europäischen Programmen wie Creative Europe. Langfristige Partnerschaften bestehen zu Bibliotheken wie der Staatsbibliothek Bamberg und Archiven wie dem Landesarchiv Berlin, ebenso zu zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Deutschlands und dem Europäischen Frauenlobby.

Rezeption und Wirkung

Das Portal wird in Forschungsarbeiten an Instituten wie dem Institut für Gender Studies und Publikationen in Reihen der Hebammenwissenschaft und der Feministischen Studien zitiert; es beeinflusst Lehre an Hochschulen wie der Hochschule Bremen und der Universität Potsdam und findet Verwendung in Ausstellungen des Deutschen Historischen Museums, des Jüdischen Museums Berlin und regionaler Museen wie dem Stadtmuseum Berlin. Die Wirkung zeigt sich in Verweisen durch Medien wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Süddeutsche Zeitung, der Die Zeit, in Beiträgen von Redaktionen wie dem Deutschlandfunk und in wissenschaftlichen Kooperationen mit der Max-Planck-Gesellschaft und der Leopoldina.

Category:Archive in Germany Category:Digital archives