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Deutscher Fachverband für Restaurierung

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Deutscher Fachverband für Restaurierung
NameDeutscher Fachverband für Restaurierung
Native name langde
Formation1970s
TypeBerufsverband
HeadquartersBerlin
Region servedDeutschland
MembershipRestauratorinnen und Restauratoren, Konservatorinnen und Konservatoren
Leader titleVorsitz

Deutscher Fachverband für Restaurierung

Der Deutsche Fachverband für Restaurierung ist ein deutscher Berufsverband für Restauratorinnen und Restauratoren und Konservatorinnen und Konservatoren, der Standards für die Bewahrung von Kulturgut in Museen, Schlössern, Archiven und Bibliotheken fördert. Er arbeitet in enger Abstimmung mit Institutionen wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Bundesdenkmalamt und Landesdenkmalämtern, unterstützt fachliche Aus- und Weiterbildung und engagiert sich in nationalen und internationalen Normierungsprozessen.

Geschichte

Der Verband entstand in den 1970er Jahren parallel zu Entwicklungen in Museen wie dem Museum Island (Berlin), der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Germanisches Nationalmuseum, als Antworten auf Katastrophen wie dem Hochwasser in Florenz 1966 und dem Brand im Schloss Charlottenburg sowie unter Einfluss von Persönlichkeiten wie Erwin Panofsky, Hans Belting und Gustav René Hocke. In den 1980er Jahren kooperierte er mit Einrichtungen wie dem Deutschen Museum, der Bayerischen Staatsbibliothek und der Deutsches Historisches Museum zur Entwicklung konservatorischer Standards, während die 1990er Jahre Dialoge mit der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union förderten. Seit 2000 hat der Verband an Projekten mit dem UNESCO-Weltkulturerbe, der ICOM und der ICOMOS teilgenommen und reagiert auf Herausforderungen wie dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und dem Schutz nach Naturkatastrophen.

Aufgaben und Ziele

Der Verband fördert Konservierungsprinzipien in Einrichtungen wie dem Alte Nationalgalerie, der Staatliche Kunstsammlungen Dresden und dem Landesmuseum Württemberg, berät Behörden wie dem Bundesamt für Kultur und wirkt bei Normen mit Organisationen wie dem Deutsches Institut für Normung und dem European Committee for Standardization mit. Ziel ist die Entwicklung von Leitlinien, die sich an Fällen wie dem Erhalt von Objekten in der Schatzkammer der Wiener Hofburg, der Restaurierung von Gemälden in der Tradition von Rembrandt und der Sicherung von Handschriften in der Staatsbibliothek zu Berlin orientieren. Weitere Aufgaben sind Risikoanalysen nach Vorfällen in Museen wie dem British Museum und die Erstellung von Notfallplänen vergleichbar mit Maßnahmen nach dem Hurricane Katrina.

Organisationsstruktur

Der Verband organisiert sich über Vorstände, Fachgruppen und Landesvertretungen und kooperiert mit Akademien wie der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Gremien beschäftigen sich mit speziellen Materialien, etwa Metallrestaurierung in Anlehnung an Forschung am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Textilkonservierung parallel zu Projekten im Deutschen Ledermuseum, und Papierkonservierung mit Verweisen auf die Bayerische Staatsbibliothek. Ein Kuratorium bindet Vertreter aus Institutionen wie der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesministerium für Kultur.

Mitgliedschaft und Ausbildung

Mitglieder kommen aus Sammlungen wie dem Kupferstichkabinett Berlin, dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, Universitäten wie der Freie Universität Berlin und Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung. Der Verband fördert Aus- und Weiterbildung über Kooperationen mit Hochschulen wie der Universität Leipzig, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und Fachschulen wie der Werkakademie Berlin; er erkennt Ausbildungswege an, die internationale Programme wie das der Courtauld Institute of Art oder der University of Amsterdam ergänzen. Zudem unterstützt der Verband Fortbildungen zu Themen aus der Praxis in Sammlungsbetrieben wie dem Städel Museum, zu Präventiver Konservierung ähnlich Programmen der Smithsonian Institution und zu Schadensdokumentation basierend auf Standards des ICOM-CC.

Berufsrichtlinien und Ethik

Der Verband hat Berufsrichtlinien entwickelt, die Grundsätze analog zu Kodizes von IIC und ICOM enthalten, und behandelt Fragen der Eingriffsminimierung, Dokumentation und Reversibilität bei Maßnahmen an Werken wie Gemälden von Albrecht Dürer oder Skulpturen in Schlössern wie Sanssouci. Ethikkommissionen befassen sich mit Konstellationen, die Museen wie dem Louvre betroffen haben könnten, und mit Provenienzfragen in Bezug auf Sammlungen wie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Richtlinien adressieren auch Haftungsfragen in Zusammenarbeit mit Rechtseinrichtungen wie dem Bundesgerichtshof und Förderinstitutionen wie der Kulturstiftung des Bundes.

Projekte und Öffentlichkeitsarbeit

Zu Projekten zählen Untersuchungen zu Klimakontrolle in historischen Bauten wie dem Schloss Neuschwanstein, Notfallplanung nach Katastrophenfällen wie dem Hochwasser an der Elbe und Publikationen in Zusammenarbeit mit Verlagen und Institutionen wie der Deutsche Forschungsgemeinschaft und dem Bundesarchiv. Öffentlichkeitsarbeit erfolgt über Vorträge bei Kongressen wie dem der ICOM-CC, Publikationsreihen in Kooperation mit Museen wie dem Kunstmuseum Basel und Ausstellungen, die sich mit Restaurierungsfällen aus Sammlungen wie dem Museo del Prado oder dem Nationalmuseum Stockholm beschäftigen. Der Verband betreibt Informationsangebote für Laien in Kooperation mit Sendern wie Deutsche Welle und Bildungsprogrammen mit europäischen Partnern wie dem European Heritage Volunteers.

Kooperationen und internationale Beziehungen

Internationale Kooperationen bestehen mit Organisationen wie ICOM, ICOMOS, UNESCO, ICCROM und der European Commission; der Verband wirkt in Arbeitsgruppen mit dem Council of Europe und dem UNIDROIT-Projekten mit. Partnerschaften bestehen mit Instituten wie dem Getty Conservation Institute, dem Tate Conservation Department, dem Smithsonian Institution und dem Rijksmuseum für gemeinsame Forschungsprojekte, Praktika und Austauschprogramme. Der Verband beteiligt sich an EU-Projekten mit Partnern wie der Fondation de France, der Nationaal Restauratie Atelier und Universitäten wie der Università degli Studi di Firenze.

Category:Kulturpflege Category:Konservierung und Restaurierung