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| Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände | |
|---|---|
| Name | Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände |
| Native name | Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände |
| Formation | 20th century |
| Type | Verband |
| Headquarters | Germany |
| Leader title | Vorstand |
| Region served | Deutschland |
Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände ist ein deutscher Dachverband, der Interessen von professionellen Orchestermusikerinnen und Orchestermusikern vertritt. Der Verband agiert als Schnittstelle zwischen Orchestern, Dirigenten, Intendanten und politischen Institutionen sowie Kulturförderern. Er arbeitet mit nationalen und internationalen Institutionen zusammen, um Arbeitsbedingungen, künstlerische Standards und Beschäftigungsmodelle im Orchesterwesen zu gestalten.
Die Entstehung des Verbandes lässt sich in der Nachkriegszeit und der Phase der Kulturinstitutionalisierung im 20. Jahrhundert verorten, parallel zu Entwicklungen bei Deutscher Musikrat, Deutsche Orchestervereinigung, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und weiteren Berufsorganisationen. In den 1970er- und 1980er-Jahren intensivierten sich Kontakte zu europäischen Partnern wie European Orchestra Federation und zu nationalen Akteurinnen und Akteuren wie Berliner Philharmoniker und Sächsische Staatskapelle Dresden. Historische Impulse kamen auch aus Initiativen um Deutscher Bühnenverein und aus politischen Programmen der Länder, etwa in Zusammenarbeit mit Kulturstiftung des Bundes und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien-geförderten Projekten. Auf der Ebene von Tariffragen traten Schnittmengen mit Organisationen wie Ver.di und Tarifgemeinschaft deutscher Länder hervor.
Der Verband verfolgt die Interessenvertretung gegenüber Arbeitgebern wie Staatsoper Unter den Linden, Gewandhaus Leipzig und kommunalen Trägern sowie gegenüber Förderinstitutionen wie Kulturstiftung der Länder und Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Zentrale Ziele sind die Verbesserung von Tarifverträgen, Schutz beruflicher Standards, Förderung junger Künstlerinnen und Künstler sowie die Sicherung kultureller Infrastruktur in Städten wie Hamburg, München, Köln und Dresden. Der Verband engagiert sich in Debatten um Orchesterstrukturreformen, etwa im Kontext von Ausschreibungen durch Deutsche Oper Berlin oder Umstrukturierungen bei NDR Elbphilharmonie Orchester. Außerdem werden Positionen zu Urheberrechtsfragen in Auseinandersetzungen mit Akteurinnen wie GEMA formuliert.
Die Mitgliedschaft umfasst Berufsverbände, Ensembles und einzelne Orchestermusiker aus Institutionen wie Staatskapelle Berlin, Bayerisches Staatsorchester und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Organisatorisch ähnelt die Struktur anderen Dachverbänden wie Deutscher Kulturrat: ein Vorstand, Arbeitsgruppen und regionale Vertretungen. Entscheidungsprozesse werden in Gremien mit Delegierten aus Festspielhaus Baden-Baden, kommunalen Orchestern und Rundfunkorchestern verhandelt. Kooperationen bestehen mit Berufsvertretungen wie Musikerinnenbund und Ausbildungsinstitutionen wie Hochschule für Musik und Theater München und Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.
Aktivitäten reichen von Tarifverhandlungen mit Arbeitgeberverbänden über Bildungsprojekte bis zu Forschungsvorhaben mit Partnern wie Deutsches Musikinformationszentrum und Institut für kulturelle Infrastruktur. Projekte umfassen Weiterbildungsprogramme in Zusammenarbeit mit Akademie der Künste, Mentoring-Initiativen für Nachwuchsmusikerinnen und Maßnahmen zur Digitalisierung, die in Dialogen mit Deutsche Telekom-beteiligten Kulturprojekten stehen. Weitere Programme betreffen Diversität und Gleichstellung, bei denen Kooperationen mit Bundeszentrale für politische Bildung und Stiftungen wie Körber-Stiftung entstanden sind. Der Verband initiiert außerdem Festivals und symposiale Formate, die Künstlerinnen und Künstler aus Orchestern wie Basel Symphony Orchestra und Royal Concertgebouw Orchestra einbinden.
Die Finanzierungsbasis kombiniert Mitgliedsbeiträge, projektbezogene öffentliche Fördermittel und Kooperationserlöse. Förderpartner waren Organisationen wie Kulturstiftung des Bundes, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie Stiftungspartner wie Kulturstiftung der Länder und private Förderer, darunter Unternehmenspartnerschaften mit Akteuren aus der Wirtschaft, etwa Siemens Kulturprogramm-ähnlichen Initiativen. Für spezifische Forschungs- und Ausbildungsprojekte wurden Mittel aus Fördertöpfen wie denen von Europäischer Union-Programmen und Landesministerien gewonnen. Zusätzlich erfolgen Einnahmen durch Publikationen, Konferenzen und Beratungsleistungen für Theater und Orchesterinstitutionen.
International besteht Vernetzung mit Institutionen wie European Broadcasting Union, International Federation of Musicians und Orchestern wie Orchestre de Paris und Chicago Symphony Orchestra. Auf nationaler Ebene kooperiert der Verband mit Akteuren wie Deutscher Musikrat, Deutscher Kulturrat, Deutscher Bühnenverein und Gewerkschaften wie ver.di für kollektivrechtliche Fragen. Wissenschaftliche Partnerschaften bestehen mit Forschungseinrichtungen wie Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Deutsches Historisches Museum für kulturpolitische Analysen. Netzwerke zu Festivals wie Bayreuther Festspiele und Ausbildungsinstitutionen wie Juilliard School (als Austauschpartner) erweitern die internationale Reichweite.
In der Musikwirtschaft wird der Verband als zentraler Akteur für Arbeitsbedingungen, künstlerische Standards und Strukturfragen wahrgenommen, neben Institutionen wie Deutsche Grammophon und Universal Music Group als Tonträgerbranche-relevante Partner. Medien wie Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung und Fachmedien wie Opernwelt berichteten über Stellungnahmen zu Orchesterzuschnitten, Stellenkürzungen und Kulturfinanzierung. Die Positionen des Verbandes beeinflussen Debatten in Parlamenten wie dem Bundestag und in Landesparlamenten, wobei Zusammenarbeit mit Ministerien in Ländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen erfolgt. Durch Tarifabschlüsse, Publikationen und Vernetzungsarbeit trägt der Verband zur Stabilität und Weiterentwicklung des professionellen Orchesterwesens in Deutschland bei.
Category:Musikorganisationen (Deutschland)