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| Buchpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung | |
|---|---|
| Name | Buchpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung |
| Awarded for | herausragende Leistungen im Bereich der Literatur |
| Presenter | Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung |
| Country | Deutschland |
| First awarded | 1950 |
Buchpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Der Buchpreis der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ist eine seit 1950 vergebene literarische Auszeichnung in Deutschland, die sich an Autorinnen und Autoren sowie an Verlage richtet und regelmäßig im Umfeld von Institutionen wie der Frankfurter Buchmesse, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz diskutiert wird; die Vergabe steht in Verbindung mit Gremien wie der Deutsche Forschungsgemeinschaft und mit Persönlichkeiten aus Reihen der Akademie der Künste (Berlin), der Bayerische Akademie der Schönen Künste und der Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Der Preis hat in Debatten um Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Günter Grass, Ilse Aichinger, Paul Celan und Christa Wolf eine Rolle gespielt und ist Teil des literarischen Netzwerks, das auch Preise wie dem Georg-Büchner-Preis, dem Bachmannpreis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung verbunden ist.
Die Entstehung des Preises lässt sich in die Nachkriegszeit einordnen, als die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ebenso wie die Georg-Büchner-Gesellschaft, die Goethe-Gesellschaft (Weimar) und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste kulturelle Institutionen reorganisierten; frühe Preisträger standen in Verbindung zu Netzwerken um den Bundespräsident der frühen Bundesrepublik, zur Frankfurter Schule und zu literarischen Bewegungen wie dem Expressionismus, der Neue Subjektivität und der Trümmerliteratur. In den 1960er Jahren geriet die Auszeichnung in Gespräch mit Debatten um den Deutschen Herbst, den Prager Frühling und die Rolle von Autorinnen wie Hilde Domin; in den 1980er und 1990er Jahren wurden Verbindungen zu Institutionen wie der Stiftung Deutsches Historisches Museum sowie zu Persönlichkeiten der Literaturkritik sichtbar, etwa durch Dialoge mit Redaktionen der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Die Zeit.
Der Preis dokumentiert die Anerkennung literarischer Leistungen und steht in Konkurrenz oder Ergänzung zu Auszeichnungen wie dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Heinrich-von-Kleist-Preis, dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis und dem Thomas-Mann-Preis. Gemäß Satzung der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung werden Werke und Lebensleistungen von Kandidaten beurteilt; Kriterien orientieren sich an Maßstäben, die auch bei der Bewertung von Schriften wie denen von Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Mann, Bertolt Brecht und Rainer Maria Rilke angelegt werden, sowie an Publikationsleistungen bei Verlagen wie Suhrkamp Verlag, Rowohlt Verlag, Hanser Verlag und Kiepenheuer & Witsch. Berücksichtigt werden literarische Gattungen, die auch in Werkverzeichnissen von Figuren wie Franz Kafka, Hermann Hesse, Stefan Zweig und Siegfried Lenz vertreten sind.
Die Entscheidung trifft eine Jury aus Mitgliedern der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sowie eingeladenen Expertinnen und Experten, darunter Professoren von Institutionen wie der Freie Universität Berlin, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Humboldt-Universität zu Berlin; beratend wirken oft Vertreter von Verlagen wie Fischer Verlag und von Medien wie dem Deutschlandfunk, der ARD und dem ZDF. Die Jury orientiert sich an Verfahren, wie sie auch bei Gremien der Deutsche Forschungsgemeinschaft oder der Kunstakademie Düsseldorf üblich sind, und hat in der Vergangenheit Persönlichkeiten wie Peter Handke, Elfriede Jelinek, Ingrid Bachmann oder Max Frisch in Diskussionen gebracht. Transparenz- und Ethikfragen führten zu Kontroversen, die an Debatten um den Nobelpreis für Literatur und um Auszeichnungen wie dem Pulitzer Prize erinnern.
Zu den Preisträgern zählen in verschiedenen Jahrzehnten Autorinnen und Autoren, deren Werke in Kontexten mit Heinrich Heine, Friedrich Schiller, Gotthold Ephraim Lessing und Christian Friedrich Hebbel rezipiert wurden; Nominierte wurden oft aus dem Umfeld von Literaturhäusern wie dem Literaturhaus Frankfurt, dem Haus für Poesie, dem Internationales Literaturfestival Berlin und dem Festival Neue Literatur vorgeschlagen. Namen, die wiederholt genannt wurden, stehen in Verbindung mit Verlagen wie Matthes & Seitz Verlag, Piper Verlag, C.H. Beck und dtv Verlagsgesellschaft; in der Literaturgeschichte treten Figuren wie Siegfried Lenz, Herta Müller, W.G. Sebald, Jenny Erpenbeck, Daniel Kehlmann, Uwe Johnson, Gottfried Benn und Friederike Mayröcker auf, die in Rezensionen der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Neue Zürcher Zeitung und der Le Monde diskutiert wurden.
Die Rezeption des Preises verläuft entlang der Medienlandschaft mit Einfluss von Blättern wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Süddeutsche Zeitung, der Die Zeit und der Neue Zürcher Zeitung sowie von Hörfunkstationen wie dem Deutschlandfunk Kultur; politisch-kulturelle Debatten beziehen Institutionen wie die Bundeszentrale für politische Bildung, die Kultusministerkonferenz und die Kulturstiftung der Länder ein. Kritiker vergleichen die Wirkung des Preises mit international renommierten Ehrungen wie dem Nobelpreis für Literatur, dem Prix Goncourt, dem Bollinger Everyman Wodehouse Prize und dem Booker Prize, wobei Diskurse um Literarizität, Übersetzung und Kanonbildung an Debatten um Werke von Marcel Proust, James Joyce, Virginia Woolf und Gabriel García Márquez anschließen.
Die Verleihung findet üblicherweise in einem feierlichen Rahmen statt, gelegentlich im Zusammenspiel mit Partnern wie der Frankfurter Buchmesse, dem Stadtmuseum Frankfurt oder der Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz), und wird begleitet von Laudationes durch Persönlichkeiten wie Harald Weinrich, Sigrid Löffler, Marcel Reich-Ranicki oder Dieter Hildebrandt; musikalische Beiträge können von Ensembles wie dem Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, dem Berliner Philharmoniker oder der Sächsische Staatskapelle Dresden stammen. Das Preisgeld variiert historisch und wurde parallel zu Fördermitteln von Stiftungen wie der Körber-Stiftung, der Kulturstiftung des Bundes und der Robert Bosch Stiftung erhöht; Ausschüttungen orientieren sich an Modellen großer Preise wie dem Georg-Büchner-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Category:Literaturpreise (Deutschland)